Forensische Kunst : Spurensuche im Fall Jalloh

Dass der Asylbewerber Oury Jalloh sich 2005 in seiner Zelle selbst anzündete, bezweifelt ein neues Gutachten. Es basiert auf einem Filmprojekt. Warum muss Kunst die Arbeit der Erkennungsdienste übernehmen?
Ein neues Gutachten nährt Zweifel an der Todesursache von Oury Jalloh, des Asylbewerbers, der 2005 auf einem Polizeirevier in Dessau bei lebendigem Leib verbrannte. Nach Behördenversion hat sich der Mann aus Sierra Leone, obwohl an Händen und Füßen an eine feuerfeste Liege gefesselt, selbst angezündet. Dem widerspricht der britische Sachverständige Iain Peck, nachdem er den Brand in einem Nachbau der Zelle rekonstruiert hat. Er bestätigt frühere Gutachten in dem Resultat, der Tod des Afrikaners lasse sich nur mit Fremdeinwirkung durch Polizisten mithilfe von Brandbeschleuniger erklären. Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg signalisiert, die Ermittlungen gegebenenfalls wiederaufzunehmen.





