https://www.faz.net/-gqz-8pshx

Ergebnisse Österreich : Spitzen auf Wiener Art

  • -Aktualisiert am

Als wichtige Anlaufstelle für italienische Einlieferer und Käufer setzte das Dorotheum mehrfach neue Rekorde. Eine neue Bestmarke schaffte Carla Accardis Hinterfolie-Malerei „Biancobianco“ von 1966 mit stolzen 190 000 Euro; Accardis Landsmänner Rodolfo Aricò und Emilio Scanavino wurden ebenfalls kräftig aufgewertet. Doch die südlichen Nachbarn punkteten nicht nur bei den Alten Meistern und Zeitgenossen, sondern auch beim 19. Jahrhundert. Die höchste Steigerung erfuhren drei Werkskizzen mit Figuren der Merlin-Sage, die der Wiener Secessionist Josef Engelhart für einen Fries zur Weltausstellung 1904 in St.Louis produzierte; die auf je 8000 bis 14 000 Euro geschätzten Zeichnungen gingen für sensationelle 190 000 Euro. Der Name Reinhold Hofstätter war 2016 im Dorotheum wichtig. Der Wiener Kunsthändler (1927 bis 2013) besaß in der Wachau das Schloss Schwallenbach, dessen 400 Objekte umfassenden Bestand an Möbeln und Skulpturen das Haus ebenso erfolgreich versteigerte wie Hofstätters Geschäftsdepot: In Schwallenbach hing Ferdinand Georg Waldmüllers „Abschied“; das sehnsuchtsvoll aus dem Fenster einer Bauernstube blickende Mädchen erreichte 175 000 Euro (150 000/200 000).

An die Auktion eines Schlossinventars machte sich auch die Konkurrenz im Kinsky. Unter dem Motto „Jagd in der Kunst“ kamen dort Bilder, Objekte und Möbel des Ehepaars Carl-Anton und Marie Goess-Saurau unter den Hammer, die zuvor das Schloss Pfannberg in der Steiermark schmückten. Zu den Spitzen gehört ein spätbarockes Bild, in dem Martin Johann Schmidt sich im Kreise seiner Familie darstellt; der Zuschlag erfolgte bei 190 000 Euro. Zwei höfische Deckelbecher aus geschnitztem Steinbockhorn waren erst für 48 000 Euro zu haben.

Das Kinsky kann sich 2016 nur auf Platz sechs der Wiener Bestenliste einordnen: Der 35 mal 34 Zentimeter große „Obstgarten“ von Richard Gerstl ist eine Rarität, denn von dem jung gestorbenen Frühexpressionisten kommt höchst selten etwas auf den Markt; das mit 250 000 bis 500 000 Euro bewertete Bild spülte 530 000 Euro in die Kassen. Die Klassische Moderne und die Zeitgenossen lieferten ansonsten die besten Ergebnisse. Koloman Mosers üppiges Querformat „Stiefmütterchen mit Blumentöpfen“ von 1910 wurde von den Bietern auf 270 000 Euro gehoben. Je 260 000 Euro spielten ein gezeichneter Frauenakt von Egon Schiele (180 000/360 000) und eines der typischen Bilder Alfons Waldes vom „Auracher Kirchl“ ein. Für den Zwischenkriegsmaler Josef Floch bedeuteten 220 000 Euro für sein Ölgemälde „Mutter mit Kind“ einen neuen Spitzenpreis. Eine Bestmarke erzielte auch die Tiermalerin Norbertine Bresslern-Roth, deren quadratisches Bild „Einsames Floß“ mit einem Panthers 165 000 Euro (70 000/140 000) einbrachte. Von Maria Lassnig gingen das Selbstporträt „Herbstbild“ von 1983 und eine Komposition mit aufgereihten Köpfen an den Start, die für je 300 000 Euro zugeschlagen wurden.

Weitere Themen

Schwarze Titelseiten in Australien Video-Seite öffnen

Ruf nach Pressefreiheit : Schwarze Titelseiten in Australien

Einige der großen Tageszeitungen in Australien erschienen am Montag mit geschwärzten Titelseiten. Damit wollten die Blätter nach eigenen Angaben auf die australische Gesetzgebung aufmerksam machen. Diese erschwere Journalisten die Arbeit, biete keinen ausreichenden Schutz der Pressefreiheit und lasse etwa die Durchsuchung von Redaktionsräumen zu.

Topmeldungen

Erledigen Sie die Spieler des gegnerischen Teams: Szene aus dem Handyspiel Call of Duty Mobile

Anschlag von Halle : Vom Ballerspiel zum Mordanschlag

Stephan B. wollte seine Attacke in Halle aussehen lassen wie ein Videospiel. Eine Spurensuche in einer Welt, in der alles nur ein Witz sein kann – oder bitterer Ernst.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.