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Kölner Auktion II : Spiralen aus Nägeln

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Vom weißen Hai bis zur braunen Sphinx: Am 2. und 3. Dezember kommen bei Lempertz in Köln Moderne und Zeitgenossen unter den Hammer. Eine Vorschau

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          In allen Lila-Nuancen leuchtet Kirchners „Mädchen in Südwester“ von 1912 als Spitzenlos bei Lempertz’ Moderne-Auktion am 2. Dezember in Köln. Das marktfrische Ölporträt der Erna Schilling, Modell und spätere Lebensgefährtin Kirchners, kommt mit einem vom Künstler gestalteten Holzrahmen, der die violetten Farbflächen aufnimmt: Taxe 1,3 bis 1,5 Millionen Euro. Sechs Jahre später malte Kirchners ehemaliger Brücke-Kollege Emil Nolde das Ölporträt eines Jägers (Taxe 500 000/600 000 Euro). Das Bildnis wird so sehr von der gelben Farbe des Gesichts und des Hintergrunds dominiert, dass es wie ein Gegenstück zu Kirchners violettem Mädchen funktioniert, vereint zieren sie Vorder- und Rückseite des Katalog.

          Von Max Liebermann kommen drei Gemälde zum Aufruf: Die Skizze „Judengasse in Amsterdam“ von 1905 (150000/170000), die vier Jahre später entstandenen „Pferdeknechte am Strand“ (220000/ 250000) und das „Konzert in der Oper“ von 1919 (250000/300000). Marktfrisch aus französischem Privatbesitz stammt die 58Zentimeter hohe Bronze „Le Minotaure, version à base carée (faune et nymphe)“ von Auguste Rodin. Die Plastik entstand 1903 nach der großen Marmorversion, wurde jedoch erst 2013 postum bei Susse in Paris gegossen (Auflage12; 100000/120000). Mit prominenter Provenienz können Kirchners „Häuser im Schnee“ von 1917 aufwarten (500000/600000); die Davoser Winterlandschaft befand sich als Leihgabe im Von der Heydt Museum in Wuppertal. Die aquarellierte Tusche- und Bleistiftzeichnung „Soirée (Ecce Homo)“ von George Grosz stellt in gewohnt bissiger Manier eine Abendgesellschaft dar, entstanden 1922 (250 000/350 000). Zehn Jahre später schuf Otto Dix in Rötel einen „Weiblichen Halbakt“, der durch die mit Gouache weiß gehöhten Stellen keck seinen Körper präsentiert (28 000/30 000). Marianne von Werefkin malte 1908/09 das eindrucksvolle Porträt von „Rosalie Leiß“; das 64 mal 50 Zentimeter große Tempera-Bild befand sich seither im Familienbesitz der Dargestellten (90 000/100 000). Zusammen sollen die 186 Lose der Moderne 5,6 Millionen Euro umsetzen.

          Für die Zeitgenossen am folgenden Tag, dem 3. Dezember, sollen es 7,4 Millionen Euro sein. Zum Aufruf kommen 291 Lose, angeführt von vier Arbeiten Ernst Wilhelm Nays; ein zartes Aquarell von 1961 erinnert an ein Herbarium mit Stiefmütterchen (20 000/30 000). Robert Longos in Kohle gezeichneter weißer Hai reißt für einen Schätzpreis von 400 000 Euro seinen riesigen Rachen auf. Fernando Boteros kleiner dicker Junge mit einem Vögelchen in der Hand entstand 1965; für ihn werden 250 000 Euro erwartet. Auf Jonathan Meeses collagierter Leinwand „Liebe im alten Ägypten“ von 2007 tummeln sich Symbole, Sprüche und eine Sphinx, alles in gedecktem Rotbraun (30 000/40 000). Karin Kneffels düsteres „Aus: Zwielicht“ ist ein fünfzig mal fünfzig Zentimeter kleines Ölbild aus ihrer Reihe mit Motiven im Dämmerlicht, die Mitte der neunziger Jahre entstanden ist (20 000/30 000).

          Von Gotthard Graubner kommen zwei rote Farbraumkörper von 1997 unter den Hammer (je 250 000/350 000). Geradezu komplementär zu ihnen erscheint Josef Albers’ grüne „Homage to the Square“ aus dem Jahr 1962 (300 000/500 000). An der Spitze der Gegenwartskunst stehen zwei Nagelungen Günther Ueckers: Die beiden großformatigen „Spiralen“ entstanden 1997 und wurden damals direkt vom Künstler erworben; geschätzt sind sie auf jeweils 700 000 bis eine Million Euro.

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