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Caravaggio zum Spottpreis? : Sicher mehr als 1500 Euro

Ecce homo: Von Caravaggio? Bild: Ansorena

Jetzt könnte es Millionen wert sein: In Spanien wurde der Verkauf eines Gemäldes aus dem 17. Jahrhundert kurz vor der Auktion gestoppt. Möglicherweise handelt es sich um ein Werk von Caravaggio.

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          So etwas erregt immer höchste Aufmerksamkeit, über die Welt von Kunstmarkt und Kunst hinaus: In der vorigen Woche sollte beim Auktionshaus Ansorena in Madrid ein Gemälde versteigert werden, eine „Dornenkrönung“, die mit „Umkreis Jusepe de Ribera (17. Jh.)“ bezeichnet war. Dem mit 111 mal 86 Zentimetern eher kleinen Gemälde in Öl auf Leinwand galt ein Startgebot von 1500 Euro. Zur Auktion kam es aber nicht, weil Kuratoren des Prado Museums in Madrid für möglich hielten, dass es sich um ein eigenhändiges Werk des Michelangelo Merisi, bekannt als Caravaggio, handeln könnte. Das spanische Kulturministerium verhängte daraufhin ein Exportverbot, und das Gemälde wurde aus der Versteigerung herausgenommen.

          Rose-Maria Gropp
          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Nun werden sehr gründliche Recherchen erfolgen, technische wie kunstwissenschaftliche Untersuchungen. Wichtig wird die Klärung der Herkunft sein, die offenbar große Lücken aufweist. Zur Provenienz steht nichts im Katalog, über den Einlieferer gibt es keine Informationen. Das verschmutzte Gemälde weise, so heißt es, Farbverluste und Übermalungen auf. Derartige Zustände sind bei Alten Meistern nicht selten, erschweren aber naturgemäß die – schon gar – eindeutigen Zuschreibungen. Zumal es diesmal darum geht, der Annahme Plausibilität zu verleihen, dass es sich um die eigene Hand des berühmtesten italienischen Barockmalers handelt. Auf der „Ecce homo“-Szene nach dem Johannesevangelium führt Pontius Pilatus den dornengekrönten, gegeißelten Christus der Menge vor. Das Werk wäre jedenfalls Caravaggios Spätstil, entstanden um 1606, zuzuordnen. Sollte er es sein, wäre außerdem offen, ob an dem Bild ein weiterer Maler beteiligt war. Oder ob vielmehr eine Zuschreibung an den bedeutenden Spanier Jusepe de Ribera selbst wahrscheinlich wird, der Elemente von Caravaggios Hell-Dunkel-Lichtregie aufgenommen hat.

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