https://www.faz.net/-gqz-aidy2

Auktionsvorschau : Souvenirs vom Empereur

  • -Aktualisiert am

Schreibzeug „Sarkophag Napoleons“, zweites Viertel des 19. Jahrhunderts, Eisenguss, 12 Zentimeter hoch: Taxe 1000 bis 2000 Euro. Bild: Neumeister

Für Freunde des Kaisers und Liebhaber schöner Gärten: Bei Neumeister in München kommen Napoleonica und Kunst vom 15. bis zum 21. Jahrhundert zum Aufruf.

          2 Min.

          Am ersten von zwei Auktionstagen veranstaltet Neumeister am 1. Dezember eine Sonderauktion zu Napoleon I., aus Anlass seines 200. Todesjahrs. Kaum dass er sich selbst gekrönt hatte, schaffte der Kaiser der Franzosen den republikanischen Kalender ab, Ende 1805 war Schluss mit der neuen Zeitrechnung der Revolution. Aber eine Bodenstanduhr zeigt sie noch an mit ihrem von Henry Lepaute zwischen 1800 und 1805 in Paris gefertigten und in einem Mahagonigehäuse installierten Uhrwerk (Taxe 210.000/220.000 Euro).

          Viele Lose gelten dem Bild Napoleons: Medaillen, Reliefs, Karikaturen und nicht zuletzt eine Marmorbüste aus Carrara, die dem archetypischen Vorbild des Lorbeergekrönten von Antoine-Denis Chaudet folgt (60.000/80.000). An die erste Gemahlin, Joséphine, erinnert eine Vollmacht, die sie in Sachen Schloss Malmaison ausfertigte; einst gehörte sie dem großen amerikanischen Napoleonica-Sammler Calvin Bullock (2500/3000). Marie- Louise, Gemahlin Nummer zwei, verewigte Lorenzo Bartolini um 1811 in Marmor (35.000/ 50.000) und ihr Söhnchen Napoleon Franz gibt es als kleine Bronzebüste (3000/4000). Weiter werden Porträts von Begleitern und Zeitgenossen angeboten sowie Möbel und Kunsthandwerkliches des Premier Empire, also jenes Stils, den Napoleon und seine Entourage wünschten und förderten.

          Ewiger Sommer: Max Liebermann, „Der Nutzgarten in Wannsee nach Nordosten“, um 1920, Öl auf Leinwand, 36 mal 48 Zentimeter, Taxe 150.000 bis 200.000 Euro.
          Ewiger Sommer: Max Liebermann, „Der Nutzgarten in Wannsee nach Nordosten“, um 1920, Öl auf Leinwand, 36 mal 48 Zentimeter, Taxe 150.000 bis 200.000 Euro. : Bild: Neumeister

          Der 2. Dezember tritt mit Objekten und Kunst des 15. bis 21. Jahrhunderts an. Dabei ist ein Meissener Reiseservice, das aus dem Württembergischen Königshaus stammen soll (9000/9500). Ein großformatiges Triptychon um die Anbetung der Könige, das man dem Umkreis des Jan van Scorel zuordnet, erfordert 30.000 bis 40.000 Euro; die Heilige Sippe, die der Rokoko-Meister Matthäus Günther in majestätische Architektur plaziert, 10.000 bis 12.000 Euro. Das Angebot zum 19. Jahrhundert gipfelt in der „Haremsszene“ von zwei Frauen auf Tigerfell, die Rodolphe Ernst als Vertreter der bekanntlich von Napoleons Ägyptenfeldzug inspirierten Orientmalerei ausweist – für geschätzte 150.000 bis 180.000 Euro.

          Urbayerisch geht es dagegen bei Defregger zu, der 1876 fesche „Wilderer“ beim Flirt mit einer jungen Magd in einer Hüttenrunde versammelt (160.000/180.000). Carl Spitzwegs Ölskizze lässt ein „Plauderstündchen“ vor der „Storchen Apotheke“ stattfinden (60.000/80.000). Max Pechsteins „Keitelkähne“ von 1920 versuchen es zum zweiten Mal, diesmal mit 250.000 bis 350.000 Euro. Etwa zur selben Zeit malte Max Liebermann seinen „Nutzgarten in Wannsee nach Nordosten“ (150.000/ 200.000) und Max Slevogt eine lichte Waldlandschaft bei Neukastel (30.000/50.000). Ein schwarz-weißes Negativbild vom „Fulton Ferry Landing“ an der Brooklyn Bridge, Vera Lutter nahm es mit der Lochkamera auf (Auflage 10; 6000/8000), gehört zu einer Auswahl attraktiver Fotoarbeiten.

          Weitere Themen

          Den Monstern ausgeliefert

          Neues Album von Tocotronic : Den Monstern ausgeliefert

          Tocotronic machen auf ihrem 13. Album „Nie wieder Krieg“ fast nichts neu und fast alles richtig. Aber braucht es das wirklich: Gitarrengeschrammel, Wortspielereien, Berufsjugendlichkeit und eine Handvoll Melodien?

          Skulpturen auf Bleistiftspitzen Video-Seite öffnen

          Kunstwerke in XXS : Skulpturen auf Bleistiftspitzen

          Der bosnische Künstler und Bildhauer Jasenko Đorđević schafft es, unglaublich winzige und dennoch detailreiche Skulpturen aus Bleistiftminen zu erschaffen. Seine Miniaturkunst zeigt er in Ausstellungen in ganz Europa.

          Topmeldungen

          Ron DeSantis im August 2021 in Miami

          Ron DeSantis : Wie Trump – aber nicht Trump

          Ron DeSantis weigert sich, eine Präsidentschaftskandidatur 2024 auszuschließen. Dafür müsste er aber wohl erst an Donald Trump vorbei. Der fühlt sich von Floridas republikanischem Gouverneur verraten.

          Aus bei Australian Open : Das große Rätsel Alexander Zverev

          Er wollte die Australian Open gewinnen und damit im besten Fall die Nummer eins der Tennis-Welt werden. Doch ein völlig ratloser Alexander Zverev verliert im Achtelfinale, in dem alles schiefläuft.