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Halbjahresbilanzen : Konsolidierung an allen Ecken und Enden heißt die Devise

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Christie’s und Sotheby’s veröffentlichen ihre Zahlen des ersten Halbjahrs: Vor allem die New Yorker Mai-Auktionen bringen beiden Firmen hervorragende Ergebnisse

          Das Auktionsgeschäft hat sich im ersten Halbjahr 2017 erholt. Das belegen die Zahlen, die Christie’s und Sotheby’s nach Ablauf des zweiten Quartals vorlegen. Als „solide“ beschreibt der Geschäftsführer von Sotheby’s, Tad Smith, die Lage. Sein Kollege bei Christie’s, Guillaume Cerutti, betont die im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Nachfrage und den verbesserten Nachschub. Die Zahlen sehen übrigens deutlich besser aus in Pfund als in Dollar, weil die britische Währung seit dem Brexit-Referendum im Sommer 2016 so viel an Wert verloren hat: Kunden mussten seither also für ein Los mehr in Pfund bezahlen, um den selben Wert in Dollar zu erreichen.

          Betrachtet man nur die Auktionsumsätze der beiden Häuser im ersten Halbjahr, so hat Christie’s die Nase vorn. Das Haus spielte zwischen Januar und Juni 2,8 Milliarden Dollar ein: Das sind vierzehn Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2016, trotz des erstmaligen Verzichts auf die traditionellen Zeitgenossen-Auktionen im Juni in London. In Pfund betrachtet, stieg der Umsatz sogar um 29 Prozent, nämlich auf 2,2 Milliarden Pfund. Bei Sotheby’s lag der Auktionsumsatz in Dollar bei 2,41 Milliarden, das bedeutet einen Rückgang um zwei Prozent. Bei dieser Zahl werden allerdings Lose, die zwar in einer Auktion verkauft wurden, aber aus Sotheby’s eigenem Bestand kamen – also nicht von außen eingeliefert wurden –, nicht eingerechnet. Inklusive der Verkäufe aus dem Eigenbestand stieg der Auktionsumsatz dagegen um acht Prozent.

          Aufwind wurde vermeldet

          Zu den Ergebnissen beider Firmen trugen natürlich die herausragenden Preise bei den Mai-Auktionen in New York bei: 57,4 Millionen Dollar für eine Brancusi-Plastik bei Christie’s und 110,5 Millionen Dollar für ein Basquiat-Bild bei Sotheby’s. Christie’s verkaufte außerdem Max Beckmanns Gemälde „Hölle der Vögel“ im Juni in London für 36 Millionen Pfund.

          Die vergangenen zwei Jahre waren bestimmt von Nachschubschwierigkeiten und Unsicherheiten auf Seiten der Einlieferer, was den harten Konkurrenzkampf um die spektakulärsten Spitzenlose verschärfte. Jetzt konnte man Aufwind vermelden: Bei Christie’s wurden 38 Lose für mehr als zehn Millionen Pfund verkauft (im Vergleich zu vierzehn im ersten Halbjahr 2016). Und bei Christie’s wurden auch sieben der zehn teuersten Lose des ersten Halbjahrs versteigert. Sotheby’s konnte einen Zuwachs von fünf Prozent bei den Losen oberhalb einer Million Dollar verzeichnen. Wegen der Sonderkonditionen, die Einlieferern von Spitzenlosen eingeräumt werden, stagnierte die Summe der Kommissionen, die daran verdient werden, bei Sotheby’s allerdings bei 16,3 Prozent im zweiten Quartal.

          Die französische Firma Christie’s ist in privater Hand und daher nicht, wie das an der Börse notierte amerikanische Unternehmen Sotheby’s, dazu verpflichtet, detaillierte Zahlen zu Kosten und Profit herauszugeben – was den genauen Vergleich naturgemäß erschwert. Sotheby’s gesamte Einkünfte für das zweite Quartal zeigten eine Steigerung um fünf Prozent: nämlich von 298,7 Millionen im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahrs auf nun 314,9 Millionen Dollar. Im Halbjahresvergleich verzeichnete Sotheby’s sogar eine Verbesserung um 24 Prozent auf 502,4 Millionen Dollar.

          Beide Häuser haben 2016 größere Umstrukturierungen in Angriff genommen und in ihre Online-Plattformen investiert. Dazu gehörte bei Sotheby’s auch neues, auf den digitalen Bereich spezialisiertes Personal, was einen Anstieg der Personalkosten um zwölf Millionen Dollar im zweiten Quartal bedeutete und den Reingewinn über diesen Zeitraum negativ beeinträchtigte. Der Reingewinn stieg trotzdem, über das Halbjahr betrachtet, im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Millionen (oder vier Prozent) auf 65,6 Millionen Dollar.

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