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Halbjahresbilanzen : Konsolidierung an allen Ecken und Enden heißt die Devise

  • -Aktualisiert am

Die Zahlen von Sotheby’s profitierten von angekurbelten Verkäufen aus Eigenbeständen, die zwischen Januar und Juni 91,3 Millionen Dollar einspielten. Im ersten Halbjahr 2016 wurde dagegen Inventarware im Wert von bloß zwölf Millionen Dollar in Bares verwandelt. Mike Goss, der Finanzvorstand von Sotheby’s, hob hervor, dass der Wert des Eigenbestands Ende des Jahrs 2015 bei 215 Millionen Dollar lag; jetzt sind es noch 131 Millionen Dollar.

Geringe Vergabe von Garantien

Beide Häuser sparen bei der Vergabe von Garantien; denn diese werden mittlerweile überwiegend von externen Investoren finanziert. Ein wichtiger Indikator der Profitabilität sind die Einnahmen durch Aufschläge und Gebühren: Hier verzeichnet Sotheby’s eine Steigerung von 7,7 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr.

Und wie sieht das Käuferprofil aus? Trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit Trumps Präsidentschaft kauften Amerikaner den größten Anteil des Angebots. Sie gaben bei Sotheby’s 26 Prozent mehr aus als im vergangenen ersten Halbjahr. Asiatische Sammler gaben nur drei Prozent mehr als im Vorjahr aus, während Sammler vom europäischen Festland achtzehn Prozent mehr als im Vorjahr bewilligten. Bei Christie’s trugen Kunden aus Asien und Amerika gleich viel – jeweils 35 Prozent – zum Auktionsumsatz nach Wert bei. Betrachtet man dagegen, an welchen Orten die Kunst versteigert wurde, liegt die Verteilung anders: Im Halbjahrsvergleich stieg der von Christie’s in Amerika erzielte Auktionsumsatz um 58 Prozent auf 1,15 Milliarden Dollar – das entspricht 52 Prozent des Umsatzes weltweit –, in Asien fiel er dagegen um fünfzehn Prozent auf 314,3 Millionen Dollar, das ist ein Anteil von elf Prozent am Gesamtumsatz.

Mehr Privatverkäufe und Online-Auktionen

Von besonderem Interesse war, ob sich der 85 Millionen Dollar teure Ankauf der Beratungsfirma „Art Agency, Partners“ für Sotheby’s ausgezahlt hat. Das Haus versucht damit, sein Beratungsgeschäft auszubauen und es zudem auf Künstler und Künstlernachlässe auszuweiten. Es heißt jedenfalls, die Zahl der Kunden habe um zwanzig Prozent zugenommen.

„Private Sales“ und Online-Auktionen sind die großen Wachstumsbereiche. Privat – also ohne eine öffentliche Auktion – wurde bei Sotheby’s im ersten Halbjahr Ware im Wert von 333,8 Millionen Dollar vermittelt. Das sind stolze 34 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2016 und das beste Ergebnis seit fünf Jahren. Hier will Christie’s aufholen; seine Privatverkäufe beliefen sich im ersten Halbjahr auf 155,4 Millionen Dollar. Diese Zahlen unterstreichen einmal mehr, wie sehr die Auktionshäuser den traditionellen Galerien und Kunsthandel auf den Leib rücken.

Bei Sotheby’s heißt die Agenda: Kosten sparen, Abläufe optimieren, Investitionen in Wachstumsbereiche, Kürzungen bei stagnierenden Abteilungen. Tad Smith will „Effizienz“ und „Produktivität“ verbessern – und zu diesem Zweck noch mehr Datenanalyse, „Standardisierung“ und „Automatisierung“ einsetzten. Besonders die Bereiche Juwelen, Uhren, Handtaschen und Wein versprechen, neben der Beratung, Zugewinne. Bei Christie’s engagierten sich bei eben diesen Luxusgütern 29 Prozent aller neuen Käufer. Von dort weht der warme Wind für das Modell Auktionshaus des 21. Jahrhunderts.

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