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Sotheby’s Schweiz : Mit Kunstfell à la Mondrian

  • -Aktualisiert am

Zum vierzigsten Mal hat Sotheby’s Schweizer Kunst in Zürich versteigert.

          Ungerührt nimmt das fast lebensgroße „Bildnis von Emma Schmidt-Müller“ den Besitzerwechsel hin: Mit einem Zuschlag von 1,1 Millionen Franken wurde Ferdinand Hodlers farbintensives Porträt von 1915 zum teuersten Los der Frühjahrsauktion mit Schweizer Kunst bei Sotheby’s in Zürich. Es war mit einer Erwartung von einer bis 1,5 Millionen Franken als Spitzenlos an den Start gegangen: Das Bildnis der Schwester der berühmten Schweizer Kunstsammler Gertrud und Josef Müller wurde von einem internationalen Privatsammler erworben. Félix Vallottons stimmungsvolle Landschaft aus dem Jahr 1921, „Bord de Seine à Tournedos, effet gris“ schaffte es auf beachtliche 780.000 Franken und überstieg damit deutlich die Obertaxe von 600.000 Franken. Das Gemälde befand sich seit 1922 in Privatbesitz, zuletzt in den Vereinigten Staaten, und geht nun in Schweizer Hände. Vallottons nur ein Jahr zuvor entstandenes Stillleben „Anémones et tanagra“ blieb, bei einer Erwartung von 120.000 bis 180.000 Franken, unverkauft. Die eindrucksvolle „Flucht nach Ägypten“ von Augusto Giacometti erzielte mit dem Zuschlag von 280.000 Franken nicht ganz ihre Untertaxe von 300.000 Franken, dafür brachte es sein düsteres, nur 24 mal 24 Zentimeter kleines Pastell „Abstraktion nach einem Primitiven im Museo nazionale in Neapel“ aus dem Jahr 1934 auf die obere Schätzung von 35.000 Franken.

          Alice Baillys wunderschöne Klavierspielerin reüssierte bei 120.000 Franken, ihrer unteren Erwartung: Die marktfrische kubistische Komposition „Étude pour sonate à Dukas (portrait de Maria de Senger)“ wechselt in eine Schweizer Privatsammlung. Eine deutliche Steigerung erfuhr Alexandre Calames „Torrent de montagne par orage“ von 1850: Angesetzt bei 80.000 bis 120.000 Franken, wurde das Ölbild von einer ungenannten, institutionellen Schweizer Sammlung für 160.000 Franken erworben. Doch nicht alle Schweizer Landschaften aus dem 19. Jahrhundert, die aus der Kollektion des amerikanischen Sammlers Asbjørn Lunde stammten, hatten dieses Glück: Calames 1853 entstandenes „Souvenir de l’Albis“ (50.000/70.000) und sein „Lake Lucerne near Brunnen“ (40.000/ 60.000) blieben unverkauft, ebenso François Didays „The Gelmerhorn“ von 1857 (40.000/60.000).

          Die charmante Szenerie zweier lernender Mädchen in Albert Ankers „Schreibunterricht“ (500.000/700.000) wurde kurz vor der Auktion zurückgezogen. Für eine kleine Sensation während der Veranstaltung sorgte die Losnummer 80: Die „Composition“ aus Kunstfell und Acrylfarbe auf Holz à la Mondrian kommt von der Installations- und Objektkünstlerin Sylvie Fleury, die 1961 in Genf geboren wurde. Geschätzt war die fünfzig mal 41 Zentimeter große Arbeit auf 4000 bis 6000 Franken, der Hammer fiel jedoch erst bei 30.000 Franken. Insgesamt setzte Sotheby’s bei diesem Jubiläum der vierzigsten Auktion mit Schweizer Kunst in Zürich 5,1 Millionen Franken um, was den Erwartungen entsprach.

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