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Sotheby’s : Kubistisch am Klavier

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Alice Bailly, „Étude pour Sonate à Dukas (Porträt von Maria de Senger)“, 1918, Öl auf Leinwand, 65 mal 81,5 Zentimeter: Taxe 120.000/150.000 Franken. Bild: Sotheby’s

Vorschau auf die Jubiläumsauktion: Vor vierzig Jahren hat Sotheby’s zum ersten Mal Schweizer Kunst in Zürich versteigert.

          Schon vor vierzig Jahren hat Sotheby’s zum ersten Mal Schweizer Kunst in Zürich versteigert. Im Jahr 1980 offerierte das Auktionshaus erstmals in einer gesonderten Veranstaltung Werke von schweizerischen Künstlern. In diesem Jahr sollen die angebotenen 109 Lose – unter dem Titel „Swiss Art/Swiss Made“ – am 25. Juni insgesamt fünf Millionen Franken einspielen. Das höchsttaxierte Los ist mit einer Erwartung von einer Million bis 1,5 Millionen Franken Ferdinand Hodlers 1915 entstandenes, ausdrucksstarkes und fast lebensgroßes „Bildnis von Emma Schmidt-Müller“, der Schwester der berühmten Schweizer Kunstsammler Gertrud und Josef Müller. Seit 1988 befand sich das Bild in einer Schweizer Privatsammlung. Von Albert Anker geht das Ölgemälde „Schreibunterricht“ aus dem Jahr 1865 (Taxe 500.000/700.000 Franken) an den Start, eine intime Szene mit zwei lernenden Mädchen.

          Die Offerte umfasst außerdem eine kleine Gruppe mit Schweizer Landschaften aus dem 19. Jahrhundert, die aus der Kollektion des amerikanischen Sammlers Asbjørn Lunde stammen und 2011 in der Ausstellung „Forest, Rocks, Torrents“ in der National Gallery in London präsentiert wurden: Alexandre Calames „Torrent de montagne par orage“ von 1850 zeigt den eindrucksvoll ungestümen Verlauf der Aare durch das Haslital (80.000/120.000). François Diday, der Lehrer von Alexandre Calame, malte im Jahr 1857 eine romantische Ansicht des Gelmerhorns bei Sonnenuntergang (40.000/60.000).

          Ferdinand Hodler, „Bildnis Emma Schmidt-Müller“, 1/1,5 Millionen Franken.

          Aus einer bedeutenden privaten Schweizer Kunstsammlung stammt die zarte Papierarbeit „Häuser an der Düne“ von Paul Klee; auf 24 mal 31 Zentimetern breitet sich die in reduzierter Farbwahl wiedergegebene Strandlandschaft aus. Klee malte sie 1923, während seiner fünf Jahre als Lehrer am Bauhaus in Weimar; taxiert ist das Aquarell auf 200.000 bis 250.000 Franken. Aus derselben Sammlung kommen auch einige schöne Werke von den Cousins zweiten Grades Giovanni und Augusto Giacometti unter den Hammer: darunter Giovanni Giacomettis „Blick von Stampa gegen Italien“, dem Herkunftsort der Künstlerdynastie, aus dem Jahr 1924 (250.000/350.000) und Augusto Giacomettis 27 mal 27 Zentimeter großes und farbenfrohes Aquarell „Bergell“ (80.000/120.000). Letzterer liefert außerdem eine bemerkenswerte Komposition aus Abstraktion und Fiktion: Das seit 1916 nur einmal ausgestellte Ölgemälde „Flucht nach Ägypten“ zeigt auf 138 mal 140 Zentimetern einen gigantischen Ring aus farbintensiven konzentrischen Kreisen, in dessen Vordergrund eine kleine Gruppe von Figuren zu sehen ist. Sotheby’s versteigerte 2010 eine 21 mal 21 Zentimeter große Studie zu dem Bild für 22.500 Franken inklusive Aufgeld; das Gemälde ist auf 300.000 bis 500.000 Franken taxiert.

          Félix Vallotton malte 1921 kurz nach seiner Reise durch die Normandie das Bild „Bord de Seine à Tournedos, effet gris“ (400.000/600.000), ein für den Künstler typisches Landschaftsbild, das einen düsteren, fast unheimlichen Eindruck vermittelt. Und von der in Genf geborenen Malerin Alice Bailly kommt ein wunderschönes marktfrisches und kubistisches Ölgemälde, das Maria de Senger beim Klavierspielen porträtiert: „Étude pour Sonate à Dukas“ (120.000/150.000).

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