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Schnäppchen : Warnung vor dem Hund

Die hessische Polizei warnt: Bei einem „Ballon Dog“ von Jeff Koons könnte es sich um Diebesgut handeln.

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          Augen auf beim Geschenkekauf: Wem beim Vorweihnachtsshopping ein aufgeblasener kleiner Hund von Jeff Koons zum Schnäppchenpreis über den Weg laufen sollte, warnt die hessische Polizei, möge sich doch lieber bei ihr melden, statt arglos ein paar Tausender für ein Tierchen aus dem Zwinger des Amerikaners auf den Tisch zu legen, dessen Werke die am teuersten gehandelten eines lebenden Künstlers weltweit sind und der als Symbol für einen nicht nur im Advent überdrehten Markt für Bling steht. Zur Erinnerung: 91,1 Millionen Dollar erzielte vergangenes Jahr sein Ballon-Hase „Rabbit“ und stellte damit den vorherigen Rekord Koons’ ein. Bei dem fraglichen Hund aus dem Hessischen aber könnte es sich um Diebesgut handeln. Wie erst jetzt bekannt wurde, haben Anfang des Monats Unbekannte in einer Frankfurter Galerie einen handlichen „Balloon Dog (Orange)“ aus dem Jahr 2015 mitgehen lassen. Kein millionenschweres Objekt, sondern ein ziemlich leichtes: Die knapp 27 Zentimeter im Radius messende Porzellan-Edition mit Chrom-Überzug gehört zu den Ballonhund-Klonen, die Koons vieltausendfach in die Welt hinausschickt.

          Ursula Scheer
          Redakteurin im Feuilleton.

          Mit 11.000 Euro beziffert die Polizei im Fahndungsaufruf den Wert des gestohlenen Objekts. Wer im Internet sucht, findet seinesgleichen auch in seriösen Galerien preiswerter, und im Wiederverkauf fällt der Wert weiter. Und so hat der Diebstahl in Frankfurt, bei dem die Inhaberin der Galerie im Kundengespräch abgelenkt war, während die Vitrine mit Hund geleert wurde, in dieser vorweihnachtlichen Zeit auch einen besinnlichen Wert. Er stellt aus, dass 11.000 Euro oder auch nur die Hälfte davon für viele, sogar für sehr viele Menschen sehr viel Geld sind. Das sollte man bei den Unsummen, die auf dem Kunstmarkt umgesetzt werden, nicht vergessen.

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