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Haftbefehl gegen Georges Lotfi : Der Antikenhändler und die Schmuggelware

  • -Aktualisiert am

Schmuggelware? Von der Polizei beschlagnahmtes antikes Mosaik mit Iphigenie und Orestes aus dem Besitz von Lotfi Bild: Manhatten District Attorney's Office

Der Antikensammler und Händler Georges Lotfi half den amerikanischen Behörden jahrelang dabei, illegale Werke aufzuspüren. Nun steht er selbst unter Verdacht, Raubkunst geschmuggelt zu haben.

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          Der bekannte Antikensammler und -händler Georges Lotfi steht unter Verdacht, in den Schmuggel geraubter Kunst im großen Stil verwickelt zu sein. In New York wurde Haftbefehl gegen den Libanesen erlassen, der den Behörden jahrelang geholfen hatte, Raubkunst aufzuspüren. Lotfi, der in Tripoli lebt, soll in seinen Wohnungen in New York, Dubai und Paris sowie einem Lager in New Jersey Raubkunst aufbewahrt haben, die unter anderem aus dem kriegszerstörten Libyen und aus Syrien geschmuggelt worden waren. 2019 hatte der heute 81-Jährige der Polizei einen Tipp gegeben, der zur Beschlagnahmung eines vergoldeten Sarkophags im Metropolitan Museum und dessen Rückgabe an Ägypten führte. Der „New York Times“ gegenüber wies Lotfi die Anschuldigungen als haltlos zurück.

          Der Geschäftsmann soll gleichwohl inzwischen eingeräumt haben, dass er auch der erste Besitzer eines marmornen Bullenkopfes gewesen sei, den die Polizei 2017 im Metropolitan Museums von New York beschlagnahmt hatte. Die Skulptur stammt aus dem 4. Jahrhundert vor Christus und soll während des Bürgerkrieges 1981 von einer libanesischen Ausgrabungsstätte gestohlen worden sein.Später tauchte es im britischen Kunsthandel auf und wurde Medienberichten zufolge vom amerikanischen Sammlerpaar Lynda and William Beierwaltes erworben. 2010 verkauften die Beierwaltes das Werk an Michael H. Steinhardt - den notorischen Sammler, der nach einem jahrelangen Prozess inzwischen wegen illegaler Machenschaften für den Rest seines Lebens vom Kunsthandel mit Antiken verbannt ist. 2010 lieh Steinhardt den Bullenkopf dem Met, wo Kuratoren die Frage nach der rechtmäßigen Provenienz aufwarfen.

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