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Sammlung Bernard de Leye : Der Glanz des alten Europas

Das Ecritoire des Jean-Baptiste de Machault d'Arnouville; Silber, Porzellan, Spiegelglas, Bronze, vergoldet; Taxe 700.000/800.000 Euro. Bild: Lempertz

Der Kunsthändler Bernard De Leye gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Gold- und Silberobjekte. Jetzt kommt seine bedeutende Privatsammlung bei Lempertz zum Aufruf.

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          Mit solch delikater Pracht segelte das Ancien Régime ins Abendrot: Dem am Hof Ludwigs XV. überaus einflussreichen französischen Adligen Jean-Baptiste de Machault d’Arnouville gehörte das 1752 von François-Thomas Germain in Paris aus Silber, Spiegelglas, Porzellan und Bronze mit Vergoldungen gefertigte Schreibnecessaire, das am 15. Juli in Köln bei Lempertz zum Aufruf kommt. In der Form einem Segelschiff nachempfunden, ist das Modell auf einem tablettartigen Untersatz verankert wie auf einer ruhigen See, mit Blumenranken dekoriert und hat zwei Fässchen für Tinte an Bord. Das Segel kann als Schattenspender ausgerollt werden, das Heck krönt eine Uhr.

          An dieser freilich konnte Jean-Baptiste de Machault d’Arnouville, der Mitte des 18. Jahrhunderts als Generalkontrolleur der Finanzen und Siegelbewahrer auf dem Höhepunkt seiner Karriere war, nicht ablesen, was die Stunde weltgeschichtlich am Ende seines langen Lebens schlagen würde. Der 1701 Geborene erlebte noch, wie die Französische Revolution das Schiffchen seines Lebens in den Sturm riss.

          Eine Lavabogarnitur aus vergoldetem Silber, die im Auftrag Ludwig des XV. entstand, steht mit einer Taxe von 1 bis 1,2 Millionen Euro an der Spitze des außergewöhnlichen Angebots. Bilderstrecke
          Der Glanz des alten Europas : Sammlung Bernard de Leye

          Er starb 1794 in Gefangenschaft. Sein nautisches Schreibset überdauerte den Umsturz unversehrt in einem Wäscheschrank. Nun gehört es mit einer Taxe von 700.000 bis 800.000 Euro zu den kunsthandwerklichen Preziosen, die Lempertz aus der Privatsammlung des auf Gold- und Silberschmiedearbeiten spezialisierten belgischen Kunsthändlers Bernard De Leye zur Auktion bringt. Von der Antike bis ins 20. Jahrhundert führen die 260 Kunstobjekte der Offerte mit einer Gesamttaxe von rund sechs Millionen Euro. An der Spitze mit einer Schätzung von einer bis 1,2 Millionen Euro steht eine Silberkanne mit Bassin, die Ludwig XV. seiner ehemalige Mätresse Marguerite Catherine Hainault zu deren Hochzeit mit dem Marquis de Montmelas schenkte.

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