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Salzburger Galerien : Hier wohnt das Glück

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Barthélémy Toguo, „Déluge 17“, 2017: bei der Galerie MAM Mario Mauroner Contemporary Art. Bild: Mario Mauroner Contemporary Art

Ein Rundgang durch die Galerien in Salzburg zur Festspielzeit: Sie zeigen wieder ihre schönsten Werke.

          Schon die Römer liebten den Ort,an dem heute Salzburg steht: „Hic habitat felicitas . . .“ ließ ein Zugereister von jenseits der Alpen ins Fußbodenmosaik legen, als er sich vor zweitausend Jahren eine Villa auf dem heutigen Mozartplatz baute. „Hier wohnt das Glück“: Die Welt sucht es jeden Sommer, wenn Musiker, Künstler und Publikum die Festspiele zu einem international gefeierten Ereignis machen. In diesem Jahr schlagen sie den Bogen zurück ins Altertum – vier von fünf Opern-Neuinszenierungen behandeln antike Mythen.

          Wie bestellt passt dazu Axel Hüttes neue Serie „Traces of Memory“, für die er im türkischen Kleinasien Relikte griechischer und römischer Stätten fotografierte. Die Galerie Ruzicska zeigt die Großformate von erhabenen Baudenkmälern, wunderschön in ihrer marmornen Brüchigkeit und dramatisch beleuchtet vor nachtschwarzem Grund oder edel inszeniert im grauen Dunst verhangener Tage. Hütte meidet die touristischen Situationen. Er konzentriert den Blick, etwa auf eine wiedererrichtete Nischenwand der großartigen Bibliothek von Ephesos, die vor Urzeiten ein Erdbeben niederlegte, oder auf Säulenreste der Agora von Milet, sanft umspielt vom silbrigen Schilf, das die Verlandung der vormals bedeutenden Hafenstadt abbildet. (Auflage je 4; Preise von 20 500 bis 108 500 Euro. Bis zum 31. August.)

          Beginnt man hier, südlich der Altstadt, eine Runde durch Salzburger Galerien, die sich in diesen Wochen mit Höhepunkten ihrer Programme empfehlen, käme als nächster Stopp die Galerie Frey am Erhardplatz im idyllischen Nonntal in Frage. Dort bestücken erstaunliche Holzarbeiten von Herbert Golser Wände und Räume. Der 1960 geborene Schüler Bruno Gironcolis schneidet mit selbstkonstruierten Werkzeugen höchst filigrane dreidimensionale Strukturen aus mächtigen alten Stücken Buche, Obstholz und Nuss. Aus der Entfernung wirkt manches wie 3D-Papierfaltkunst, so hauchfein gesägt blättert sich ein Stamm auf, so präzise folgen bei einem anderen die Durchbrüche einem Grundmodul. (Von 2400 bis 23 000 Euro. Bis zum 12. September.)

          Markus Lüpertz: „Salzburger Abendspaziergang“, 1983, bei der Galerie Thomas Salis.

          Beim Mirabellgarten liegt auf der nördlichen Salzachseite das Stammhaus der Galerie Thaddaeus Ropac. Auch diesmal wartet sie wieder mit einem Highlight auf. Es sind selten zu sehende Arbeiten von Roy Lichtenstein, die unter dem Titel „The Loaded Brush“ mehr als dreißig Gemälde, Skulpturen, Collagen und Zeichnungen aus den achtziger Jahren versammeln. Der brushstroke im Comicstil, der monumentale Pinselstrich als Motiv, wurde in den Sechzigern eine Pop-Art-„Marke“ Lichtensteins und kann als ironischer Kommentar zum Abstrakten Expressionismus verstanden werden. Zauberhafte Farbstiftzeichnungen, darunter eine nach dem Sämann von Van Gogh, deuten an, wie Lichtenstein später tiefer in die Kunstgeschichte einsteigt. Mit Picasso befasst er sich, dem deutschen Expressionismus aber auch mit Tizian. Zu „Artemis and Acteon“, einem großen Gemälde von 1987, inspirierte ihn Tizians Behandlung des antiken Themas, wobei er das Figürliche nur knapp andeutet in der wildbewegten Komposition aus schablonierten und vielen kurzen, freien Pinselschlägen. Auch mit „River Scene“ aus dem selben Jahr fordert der späte Lichtenstein dazu auf, klassische Themen neu zu sehen. (Von 180 000 bis 12 Millionen
          Dollar. Bis zum 28. September.)

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