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Rekord für Hirst : Pille bleibt Pille

  • -Aktualisiert am
          1 Min.

          Für knapp 24 Stunden eroberte der britische Maler Lucian Freud die Position als teuerster lebender europäischer Künstler: Bei der Abendauktion mit Nachkriegs- und Gegenwartskunst von Christie's in London setzte das 1992 entstandene Bildnis seines Freundes „Bruce Bernard“ aus der Kollektion von Elaine und Melvin Merian mit einem Hammerpreis von sieben Millionen Pfund einen neuen Auktionsrekord für den Künstler. Das Auktionshaus hatte mit einer Schätzung von 4,5 bis 5,5 Millionen Pfund bereits einen Höchstpreis angestrebt - ein anonymer Sammler am Telefon bezahlte schließlich 7,86 Millionen Pfund (das Aufgeld inklusive).

          Auch dieses Werk trug, wie mehr als die Hälfte der Lose an diesem Abend, eine Preisgarantie; es überholte den bisherigen Freud-Rekord von 3,7 Millionen Pfund - aufgestellt bei Christie's in London im Februar 2005 für „Red Haired Man on a Chair“ von 1962/63 - gleich mit den ersten Geboten. Unter den Bietern befand sich auch der Londoner Händler Ivor Braka.

          Weltrekord für Damien Hirst

          Schon am folgenden Abend musste der 1933 in Berlin geborene Freud jedoch seinen frisch erworbenen Titel wieder abgeben: Bei Sotheby's erzielte Damien Hirsts Arzneischrank „Lullaby Spring“ - aus einer Jahreszeiten-Gruppe von vier pillengefüllten Kabinetten - einen Weltrekord für das teuerste Werk eines lebenden Künstlers in einer Auktion. Den Einlieferer, ein amerikanischer Sammler, hatte wohl der neue Hirst-Rekord, der erst im Mai in New York mit umgerechnet 3,7 Millionen Pfund für das grau-weiße „Lullaby Winter“ aufgestellt worden war, dazu bewogen, seinen Arzneischrank ebenfalls zur Auktion zu geben. Ein Bieter am Telefon triumphierte schließlich gegen den Händler Larry Gagosian mit einem Gebot von 8,6 Millionen Pfund (Taxe 3/4 Millionen), mit Aufgeld sind das 9,6 Millionen Pfund.

          Die Bekanntgabe des Preises von fünfzig Millionen Pfund für die neueste Hirst-Schöpfung, einen diamantbesetzten Schädelabguss in der White Cube Gallery, der wohl noch unverkauft ist, könnte das Preisniveau weiter nach oben getrieben haben.

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