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Kölner Ergebnisse II : Magische Schiffe im verdüsterten Hafen

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Die Auktionen mit Zeitgenossen und Moderne bei Van Ham erzielten gute Resultate - besonders ein Werk von Radziwill überraschte mit seinem Ergebnis

          Einen Rekord kann Van Ham melden: Die Auktionen mit zeitgenössischer und moderner Kunst lieferten mit dem Gesamtumsatz von 8,5 Millionen Euro das stärkste Ergebnis für eine Frühjahrsauktion in der Geschichte des Kölner Hauses; die Mindesterwartung lag bei 6,7 Millionen. Gerhard Richters abstraktes Ölbild auf Karton „17.4.89“ wurde das teuerste Los unter den Zeitgenossen. Das 29 mal 42 Zentimeter große Gemälde ließ seine Taxe von 150 000 bis 250 000 Euro hinter sich, der Hammer fiel bei 270 000 Euro. Ein unbetiteltes Bild von Richters Weggefährten Sigmar Polke erreichte seine untere Schätzung mit 170 000 Euro (bis 220 000). Otto Pienes Feuer-Gouache von 1964, mit einer kleinen Perle in der linken Bildecke, erzielte 125 000 Euro (Taxe 80 000/120 000).

          Das höchsttaxierte Los bei der Moderne, Alexej Jawlensky 1901 entstandene „Früchteschale“ erreichte nur 140 000 Euro (200 000/300 000) unter Vorbehalt, konnte jedoch im Nachverkauf für 150 000 Euro vermittelt werden. Auch Otto Muellers untypisches, da ohne Mädchen auskommendes Gemälde „Zigeunerhütten“ von 1928 bekam lediglich ein Gebot von 140 000 Euro (150 000/200 000), doch auch dieser Vorbehalt wurde aufgelöst. Die drei Gemälde von Karl Hofer liefen hingegen gut: „Die Tessinerin“ wurde mit einem Zuschlag von 150 000 Euro (120 000/180 000) das zweitteuerste Los der Auktion. Die beiden anderen Hofer-Werke gingen in dieselbe deutsche Privatsammlung, das „Bildnis Felicitas Haller mit ihren Skye-Terriern Romulus und Remus“ von 1919 und die „Fahnenträger“ von 1941, für 50 000 und 60 000 Euro, der jeweiligen unteren Taxe (bis 70 000 und 80 000 Euro). Franz Radziwills 110 mal 138 Zentimeter großes Ölbild „Mechanische Zeit ist nicht des Schöpfers Zeit“ von 1947, das auf 100 000 bis 150 000 Euro taxiert war, reüssierte mit einem Zuschlag bei 220 000 Euro. Die düstere Hafenansicht des Magischen Realisten wurde zum teuersten Los der Auktion und geht in eine rheinische Privatsammlung.

          Auch die 182 Positionen aus dem Sonderkatalog „Joseph Beuys–Multiples“ waren erfolgreich, allen voran der besprayte „Hasenstein“ aus dem Jahr 1982; für ihn fiel der Hammer bei 80 000 Euro und verdoppelte die untere Taxe. Auch die unverkennbare Filzrolle, das sogenannte „Samurai-Schwert“, das 1983 entstand, erfuhr eine Steigerung auf 22 000 Euro (12 000/18 000).

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