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Phishing : Geld verlieren mit NFT

  • -Aktualisiert am

Gehackt: Beeple (links) in der Show von Jimmy Fallon Bild: Getty

Einmal geklickt, schon ist alles weg: Was NFT-Sammler und Marc-Uwe Klings Oma, die das Internet kaputt gemacht hat, gemeinsam haben.

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          Zum unwiderstehlichen Charme von Marc-Uwe Klings Kinderbuch „Der Tag, an dem Oma das Internet kaputtgemacht hat“ gehört, dass man mitnichten eine wenig computeraffine Seniorin sein muss, um nach einem Doppelklick sein blaues Wunder zu erleben. Auch für mit jüngsten Entwicklungen im Netz wohlvertraute Nutzer, die mit Blockchain, Kryptowährung oder Non-Fungible Token hantieren, kann „Klick, Klick“ an der falschen Stelle unerwartete Folgen haben.

          Es muss ja nicht gleich der totale Shutdown sein wie bei Kling – „Das ganze Internet. Auf der ganzen Welt. Kaputt gemacht. Von der Oma.“ – es reicht schon, wenn das gutgefüllte virtuelle Portemonnaie plötzlich leer ist. So geschehen, wie „Forbes“ berichtet, bei Internetnutzern, die auf Fake-Nachrichten im zuvor von Betrügern gehackten Twitter-Konto von Mike Winkelmann alias Beeple hereingefallen sind – dem Mann, dessen Megaverkauf bei Christie’s den NFT-Hype angeheizt hatte. Beeple, war auf Twitter zu lesen, kooperiere wieder mit der Luxusmarke Louis Vuitton, und hier seien zwei Links zu NFT-Werken. Klick, Klick: Statt zum Erwerb begehrter Besitzzertifikate in der Blockchain führten die Buttons dazu, dass die Nutzer insgesamt den Gegenwert von fast einer halben Million Dollar verloren, weil Kryptogeld und NFT aus ihren Wallets gezogen wurden.

          Schwachstelle Mensch

          Phishing heißt die Masche, mit der schon ein Betrug um angebliche Banksy-NFT gestrickt worden war. Dass es sich in der Blockchain herrlich anonym und dezentral ohne Intermediäre handeln lässt, hat eben seine Tücken. Allein im laufenden Jahr soll bisher der Gegenwert von rund 1,3 Milliarden Dollar an Kryptowerten gestohlen worden sein. Zu Buche schlägt auch der Hack des Instagram-Accounts der hoch gehandelten NFT-Sammlung „Bored Ape Yacht Club“ im April. Klick, Klick, schon waren Token für Millionen perdu; drei geprellte Sammler klagen nun gegen die Handelsplattform OpenSea. Darauf, ihre „Apes“ zurückzubekommen, können sie nicht hoffen: Ist eine Transaktion in der Blockchain einmal abgeschlossen, ist sie nicht mehr rückgängig zu machen. Der Link, auf den die Phishing-Opfer hereingefallen sind, lud angeblich zum virtuellen Landkauf ins Metaversum ein.

          Letztlich seien solche Fälle kein Problem der Blockchain-Technologie, sagen deren Verteidiger, sondern das, was man in seligen Zeiten stationärer Rechner „PEBKAC“ nannte: „problem exists between keyboard and chair“, will sagen, der Mensch ist hier die Schwachstelle. Geld mit NFT verlieren, das geht übrigens auch dank hochvolatiler Krypto-Kurse und ganz ohne Betrug. Die NFT zu Gustav Klimts „Der Kuss“, die das Wiener Belvedere im Februar ausgab, spülten rund 4,4 Millionen Euro in die Kassen des Museums – wunderbar. Auf Käuferseite kann man weniger sicher sein, einen guten Deal gemacht zu haben: Um fast neunzig Prozent ist der Preis der Token seither gefallen. Die beste Investoren-Strategie ist da Halten, um jeden Preis. Und Augen auf vor dem nächsten Klick-Klick.

          Ursula Scheer
          Redakteurin im Feuilleton.

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