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Ostasiatika : Pfingstrosen und Lotusdekor

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Das Interesse, hochkarätiges Kulturgut der eigenen Tradition zu erwerben, machte sich auch auf der Ostasiatika-Auktion in Paris bemerkbar. So trieben vor allem chinesische Käufer die Preise auf das ansehnliche Ergebnis von 23 Millionen Euro für die Gegenstände aus der Blütezeit der chinesischen Kunst.

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          Innerhalb von drei Tagen haben die Pariser Ostasiatika-Auktionen rund 23 Millionen Euro eingespielt und abermals bestätigt, dass die Entschlossenheit, mit der die chinesischen Käufer hochkarätiges Kulturgut aus ihrer Geschichte erwerben, ungebrochen ist. Christie's konnte mit einer glanzvollen Sammlung chinesischer Cloisonné-Objekte aufwarten, die aus dem Besitz des spanischen Sammlers Juan José Amezaga eingeliefert wurde. Das Ensemble von 43 Losen - davon wurden 41 zum unerwartet hohen Erlös von 13,2 Millionen Euro zugeschlagen - lieferte reichhaltige Beispiele einer Kunst, die aus Europa und Vorderasien gegen Ende des Mittelalters nach China gelangte und dort unter der Ming-Dynastie im 15. und 16. Jahrhundert und der Qing-Dynastie im 18. Jahrhundert zu höchster Blüte gelangte.

          Die Techniken des Cloisonné (Zellenschmelz) und des Champlevé (Grubenschmelz), dienten ursprünglich der Nachahmung von Edelsteinen durch Email: In aus Drähten geformte, auf eine Platte gelötete „Zellen“ oder ins Metall gravierte „Gruben“ wurde die pigmentierte Glasmasse gefüllt. Unter der Herrschaft des Kaisers Qianlong (1736 bis 1795) entwickelten die chinesischen Künstler höchste Meisterschaft, wie sie an einem kaiserlichen Figurenpaar, vermutlich fremde Besucher am Hof, zu beobachten ist: Auf 1,5 bis 2,5 Millionen Euro geschätzt, stiegen die Gebote für die symmetrisch hockenden Figuren aus emaillierter Goldbronze im Saal und an den Telefonen bis in die Höhe von 5,8 Millionen Euro. Den Zuschlag erhielt die Galerie Eskenazi.

          Vorsichtiger Test eines wachsenden Marktes

          Der Händler konnte sich für 1,8 Millionen Euro - der Schätzwert hatte bei 100.000 Euro gelegen - einen nicht minder spektakulären Vogelkäfig samt Papagei der gleichen Zeit sichern. Beim Gefecht um ein Paar Wasserkannen in Entengestalt siegte ein chinesischer Sammler beim Zuschlag in Höhe von einer Million Euro. Auch die Enten, die mit der kaiserlichen Sechs-Zeichen-Marke versehen sind, waren mit höchstens 80.000 Euro veranschlagt - ein Zeichen, dass das Potential dieses wachsenden Marktes vorsichtig getestet wird.

          Bei Sotheby's ließ sich der amerikanische Handel zu 360.000 Euro (150.000/200.000) eine Vase in „Zun“-Form mit Pfingstrosen- und Lotusdekor der frühen Ming-Zeit zuschlagen, ein Zeugnis der Cloisonné-Kunst des 15. Jahrhunderts, und bei Tajan besiegelte der Zuschlag von 1,4 Millionen Euro (350.000/450.000) für einen Teller aus weißem Porzellan mit blauer Unterglasurmalerei der Yüan-Dynastie (1278 bis 1368) den Kauf eines angelsächsischen Händlers für den chinesischen Markt.

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