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Münchner Auktion : Ödipus mal wieder vor der Sphinx

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Am 25. November kommt bei Ketterer in München Kunst des 19. Jahrhunderts zum Aufruf, darunter ein Auktions-Ausreißer aus dem 18. Jahrhundert. Eine Vorschau

          In Ketterers Münchner Auktion zum 19. Jahrhundert am 25. November stehen mehrere Zeichnungen von Carl Spitzweg zur Auswahl, und von Ludwig Richter gibt es „Rotkäppchen unterwegs“ und noch sieben Skizzen und Holzschnittvorlagen aus einer Privatsammlung. Weiter beeindruckt die mit solchen größeren Gruppen von Papierarbeiten gut bestückte Offerte mit acht Aquarellen und Zeichnungen Anton von Werners, sämtlich bei Frieda Hinze erworben, jener Berliner Kunsthändlerin, deren gemeinsam mit Kurt Rohde aufgebaute, stets im Verborgenen glänzende Sammlung im vergangenen Jahr in Berlin versteigert wurde: Die freundlichen Taxen all dieser erwähnten Blätter liegen im mittleren dreistelligen Bereich.

          Der Star des Tages könnte Franz von Stuck werden mit seinem Gemälde „Ödipus löst das Rätsel der Sphinx“ von 1891: Dem geheimnisvollen Werk, das lange als Leihgabe bei Karl Mays Witwe in der „Villa Shatterhand“ in Radebeul hing, gilt eine Schätzung von 180 000 bis 240 000 Euro. Im selben Jahr malte Fritz von Uhde die zufrieden ausruhende „Alte Näherin“, die aus der Frankfurter Sammlung Flersheim 1838 zwangsverkauft und 2010 restituiert wurde (Taxe 20 000/ 30 000 Euro). Der für schicke Mädels in Booten und beim Tee im Garten bekannte Leo Putz malte 1904 „Tanzende Negerinnen“, mit Pfauenfedern geschmückte, leichtbekleidete Tänzerinnen, wie er sie auf einer „Völkerschau“ beim Oktoberfest gesehen haben könnte (25 000/ 30 000). Das Landschaftskapitel beginnt mit Bayerischem, es folgt Adolf Heinrich Liers belebte Strandszene bei Scheveningen (25 000/35 000). Dann lässt Carl Blechens erster Entwurf von 1835 zum heute von der Berliner Nationalgalerie bewahrten „Mönch auf der Terrasse“ der Charme der raschen Ölskizze modern wirken (20 000/30 000).

          Auch Carl Schuch bedient sich für seine frühe „Landschaft bei Bernried am Starnberger See“ einer Malweise, die man leicht um einiges später als aus den Jahren um 1872 vermuten könnte (15 000/20 000). Eine hübsche „Ansicht des Heidelberger Schlosses“, die bis vor kurzem noch als Werk Martin von Rhodens galt und als solches in der Sammlung von Cäsar und Ruth Pinnau hing, ist nun dem Maler und Restaurator Christian Philipp Koester zugewiesen und auf 6000 bis 8000 Euro geschätzt. Von dessen Namensvetter, dem Entenkönig Alexander Koester, stehen nicht weniger als fünf Kompositionen mit gefiederten Schwimmern zur Auswahl, ihre Taxen flottieren zwischen 8000 und 10 000 und von 18 000 bis 24 000 Euro.

          Ein Ausreißer im Auktionsprogramm, weil Mitte des 18. Jahrhunderts gemalt, ist die prächtige Vedute des Golfs von Baia mit dem Venustempel und der Festung des Don Pedro von Toledo. Sie stammt vom damals auf Bilder von Neapel für Grand-Tour-Reisende spezialisierten Antonio Joli (140 000/180 000).

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