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Verurteilt zu zweieinhalb Jahren: Galeristin Mary Boone beim Verlassen des New Yorker Bezirksgerichts. Bild: AP

New Yorker Galeristin : Ironie des Schicksals für Mary Boone

Die einst gefeierte Galeristin Mary Boone musste wegen Steuerbetrugs ins Gefängnis gehen. Wegen einer Smartphone-App ist jetzt ihre vorzeitige Entlassung bekannt.

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          Vor gut einem Jahr musste die einst gefeierte New Yorker Galeristin Mary Boone ins Gefängnis gehen. Sie war vom New York Southern District Court wegen Steuerbetrugs zu einer Haftstrafe von dreißig Monaten und danach 180 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Wie „Artnet News“ berichtet, ist sie inzwischen aber nicht mehr dort, sondern aus der Federal Correctional Facility in Danbury entlassen worden und hält sich nun, offiziell bestätigt, in einer Übergangseinrichtung in Brooklyn auf, bevor sie wohl in Hausarrest gehen darf.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Eine solche Information wird nicht gerade öffentlich verkündet, und in Mary Boones Fall kam sie auf sehr spezielle Art ans Licht: Sie hat sich nämlich die „Citizen“-App heruntergeladen, die ihre User über polizeiliche Aktivitäten in der New Yorker Nachbarschaft informiert. Ein neuer User wird durch einen Klingelton denen angezeigt, die schon zu seinen Kontakten gehören. Säße sie wegen krimineller Aktivitäten noch im Gefängnis, hätte Mary Boone, nicht nur für diese App, ihr Smartphone nicht benutzen können. Wie lange sie in der Übergangseinrichtung bleiben muss, wo sie es benutzen darf, ist nicht bekannt. Das eigentliche Datum ihrer Entlassung ist der 1. Juli 2021, bei guter Führung hat sie die Chance, die letzten sechs Monate ihrer Strafe daheim zu verbringen.

          Zur Erinnerung: Auch ihr prominentester, im Jahr 2002 wegen illegaler Preisabsprachen mit der Konkurrenz inhaftierter Kollege aus der Kunstwelt, der ehemalige Sotheby’s-Chef A. Alfred Taubman, war früher entlassen worden. Eine herbe Ironie des Schicksals liegt freilich darin, dass Mary Boone ihre – vom Bezirksrichter für sie und ihresgleichen verordnete – vorzeitige Entlassung dem Coronavirus zu verdanken hat: Mehrere Mitgefangene waren positiv auf Covid-19 getestet worden, was zumal für ältere Insassen ein hohes Risiko darstellte.

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