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New Yorker Auktionen : Vertrauen ist gut, Garantien sind besser

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Die Abendauktionen mit Impressionismus, Moderne und Zeitgenossen bei Sotheby’s und Phillips in New York sind der erste große Markttest seit dem Lockdown.

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          Die Signalwirkung, die von den New Yorker Auktionen mit Impressionismus, Moderne und Zeitgenossen ausgeht, ist den internationalen Häusern fast schmerzhaft bewusst. Wenn in den kommenden zwei Wochen Los um Los in mehrfacher Millionen-Dollar-Höhe unter den Hammer kommt, wird sich herausstellen, wie groß der Appetit der Megasammler derzeit tatsächlich ist. Qualität verkauft sich immer, so heißt es, und die wird geliefert. Allerdings mussten alle Firmen tief in die Taschen greifen, um sich Spitzenlose durch Verkaufsgarantien zu sichern, und bei nur einem einzigen Los im oberen zweistelligen Millionenbereich liegen die angepeilten Umsätze deutlich hinter denen vergangener Jahre.

          Die traditionellen Abendauktionen von Sotheby’s und Phillips finden am 29. Juni und am 2. Juli statt. Christie’s geht einen Sonderweg unter dem Titel „One“, der danach am 10. Juli stattfinden wird. Die durch Covid-19 entstandene Lage erfordert neue Formate. Alle drei Unternehmen haben immense Summen in digitale Technologien investiert, um die Kunst und die Atmosphäre des Auktionssaals näher an ihre Kunden zu bringen: vom virtuellen Rundgang durch die New Yorker Ausstellungsräume, die man nach Voranmeldung auch besuchen kann, bis zur aufwendig produzierten Übertragung der Saalauktionen, bei limitierter Besucherzahl, mit Blick auf die Telefonbänke der Spezialisten und über Bildschirme zugeschaltete Mitarbeiter an anderen Standorten.

          Sotheby’s hält seine Abendveranstaltungen mit Impressionismus und Moderne sowie Zeitgenossen an einem Tag ab, denn das Angebot ist kleiner als üblich. Man gibt sich dennoch selbstbewusst, seit Monaten stehe man mit Kaufinteressenten in Kontakt. Das Angebot beeindruckt, bedenkt man die Schwierigkeiten bei der Akquise durch Reisebeschränkungen. Allerdings hatte sich Sotheby’s größere Konvolute aus hochkarätigen Sammlungen bereits zu Jahresbeginn für die ursprünglich im Mai angesetzten Auktionen gesichert. Der Abend beginnt mit der separaten Versteigerung von achtzehn Werken aus der Sammlung Ginny Williams, angeführt von Malerinnen des Abstrakten Expressionismus, Joan Mitchell, Lee Krasner und Helen Frankenthaler. Dieser Auktion ist der Mindestumsatz von 35,9 Millionen Dollar durch Garantien gesichert. Bis Jahresende wird Sotheby’s insgesamt 450 Werke der Sammlung Williams unter den Hammer bringen. Die Abend-Offerte der Zeitgenossen umfasst dreißig Lose mit einer Gesamttaxe von 171,4 bis 239,1 Millionen Dollar. Zusammen mit der Sammlung Williams sollen 207,3 bis 290,8 Millionen Dollar eingespielt werden. Im vorigen Jahr setzte Sotheby’s bei der entsprechenden Abendauktion mit 56 Losen 341,8 Millionen Dollar um.

          Das Spitzenlos, zugleich mit Abstand das teuerste Werk der Woche, ist Francis Bacons großes „Triptych Inspired by the Oresteia of Aeschylus“ mit einer Erwartung von sechzig bis achtzig Millionen Dollar, eingereicht aus der Sammlung des norwegischen Milliardärs Hans Rasmus Astrup. Für ein wichtiges frühes Bild von Clyfford Still aus der Familiensammlung von Harry W. and Mary Margaret Anderson, betitelt „1947-Y-No. 1“, werden 25 bis 35 Millionen Dollar erwartet. Stills Arbeiten sind selten zu haben, denn 95 Prozent des Gesamtwerks befindet sich im Clyfford Still Museum in Denver. Ein Rekord wird für die in Riga geborene, amerikanische Malerin Vija Celmins mit „Night Sky #7“ (Taxe 6/8 Millionen Dollar angepeilt. Das Metropolitan Museum of Art in New York richtete ihr 2019 eine große Retrospektive aus.

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