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Neumeister Auktionen : Moderate Justitia

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Die restituierte Justitia aus dem Büro der Bundespräsidenten bezieht Rang sieben unter den Top Ten von Spitzweg-Auktionspreisen. Weitere Zuschläge aus der Auktion mit alter Kunst bei Neumeister in München.

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          Die Auktionatorin trug Maske. Ebenso jeder andere im Saal, als bei Neumeister in München Alte Kunst vor Publikum versteigert wurde. Unter strengen Hygiene-Auflagen versteht sich, Trennscheiben, Abstand und nie mehr als zwanzig Kunden im Raum. Nach mehrmaligem virusbedingtem Verschieben sollte nun endlich der lang vorbereitete Verkauf von Carl Spitzwegs „Das Auge des Gesetzes (Justitia)“ stattfinden: jenem Gemälde, das, wie berichtet, die Erben des einstigen jüdischen Eigentümers zurückerhalten hatten, nachdem es über Jahrzehnte im Büro der Bundespräsidenten hing. Der Ansturm hielt sich in Grenzen. Mit 550.000 Euro – bei einer Schätzung von 500.000 bis 750.000 und dem Aufruf bei 450.000 Euro – wurde ein immerhin stattlicher Zuschlag bewilligt, wie es heißt von einem süddeutschen Privatsammler.

          Mit Aufgeld kostet ihn sein Erwerb 698.500 Euro. Unter den Top Ten von Spitzweg-Auktionspreisen belegt Neumeister nicht weniger als sieben Plätze, darunter seit 2000 den Spitzenplatz mit dem Zuschlag bei (umgerechnet) 1,2 Millionen Euro; die „Justitia“ bezieht Rang sieben. Im Schlepptau des Hauptloses traten andere Spitzweg-Werke an, darunter einige, die die vergangenen dreißig Jahre als Dauerleihgaben im Nürnberger Germanischen Nationalmuseum verbrachten. Den größten Enthusiasmus entfachte dabei die mystische Stimmung eines „Kircheninneren mit Prozession“: Von der Untertaxe bei 10.000 Euro schwang sich das Bild auf 55.000 Euro, dank süddeutschen privaten Einsatzes. Bis auf ein Gemälde „Lueg ins Land“, das für 28.000 Euro an den Handel geht, sicherten sich auch die anderen Spitzwegs deutsche Sammler.

          Höchstgebote für Kunstgewerbe und Bildende Kunst kamen aus Korea, Monaco und den Niederlanden. Ein polnischer Liebhaber gönnte sich Alfred von Wierusz-Kowalskis „Rastende Soldaten vor Bauernkate“ für 90.000 Euro (Taxe 30.000/40.000). Kein Wunder, denn in den letzten Wochen habe sich bei Neumeister die Zahl der Interessenten und Bieter im Internet verdoppelt, ließ Geschäftsführerin Katrin Stoll verlauten.

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