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Neumeister-Auktion : Stürmische Überfahrt

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Am 21. März versteigert das Münchner Auktionshaus Neumeister Alte Kunst und Gemälde des 19. Jahrhunderts: Ein Blick in das Angebot.

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          Es ist zwar noch reichlich Zeit, bis die Nikolausstiefel wieder vor die Tür gestellt werden, aber Vorausplaner können als hübsche Gabe für denselben bei Neumeister am 21. März schon mal eine achteckige Silberdose ersteigern, die zum Anlass passt: Auf der Aquarelleinlage im Deckel sieht man St. Nikolaus den feixenden Krampus unterm Arm schleppen. Das innen vergoldete Stück fertigte die Wiener Werkstätte um 1910 nach Entwurf von Eduard-Josef Wimmer-Wisgrill, es ist auf 2500 bis 3000 Euro geschätzt.

          Auf rund 130 Positionen Kunstgewerbe folgt die Skulpturen-Partie mit der qualitätvollen Salzburger Arbeit einer spätgotischen Maria mit Kind und dem Fuß auf der Mondsichel (Taxe 20.000/25.000 Euro). Noch einmal erscheint Maria, nun als Trauernde aus einer Kreuzigungsgruppe; die fein geschnittenen Züge verlieh ihr ein um 1500 im Schwäbischen vermuteter Bildschnitzer (10 000/14 000). Sicher scheint hingegen der Schöpfer eines großen, vollrund geschnitzten Rokoko-Engels mit flatterndem Manteltuch: laut Gutachten Claus Zoege von Manteuffels war hier um 1725 Joseph Maria Götz am Werk (8500/10.000). Ein wohl direkter, aber anonymer Nachfolger Andrea del Sartos machte motivische Anleihen bei dem großen Florentiner Renaissancemaler, als er die um eine Weltkugel gescharte Heilige Familie nebst Johannesknaben auf die Leinwand brachte, taxiert hat man sie auf 25.000 bis 30.000 Euro.

          Gleich das nächste Los rückt nochmals den Johannesknaben mit Maria und Jesuskind ins Bild, hier gilt Bartolomeo Ghetti als Urheber (10.000/12.000). Gut hundert Jahre später malt Jan Victors 1644 „Abraham und Isaak vor der Opferung“. Die toternste Zwiesprache von Vater und Sohn schildert der damals noch junge Schüler Rembrandts der tragischen Situation entsprechend (12.000/18.000). Zurück nach Italien führt die Offerte mit Giovanni Battista Gaullis Bozzetto für das Deckengemälde einer Kapelle in Sant’Andrea al Quirinale in Rom. Der nicht ausgeführte Entwurf zeigt den „Heiligen Franz Xaver in der Glorie“ und entstand als Folgeauftrag des Jesuitenordens, nachdem Gaulli dessen Mutterkirche Il Gesú freskiert hatte (15.000/20.000). Weltlich geht es dann auf Johann Anton Eismanns Ansicht von Salzburg zu. Der 1613 dort geborene Künstler blickt von jenseits der Salzach auf seine Vaterstadt, während im Vordergrund allerhand Trubel herrscht und ein Frachtschiff anlegt (20.000/25.000).

          Wie Johann Heinrich Tischbein d. Ä. sich als gereiften Herrn sah, kann man in der Kassler Gemäldegalerie betrachten. Aber schon in jungen Jahren porträtierte er sich kurz nach der Berufung zum Kasseler Hofmaler, nach französischer Mode weißgelockt und mit Jabot am Hemd (12.000/15.000). Wie immer bei Neumeister kommen auch diesmal Liebhaber süddeutscher Landschafts- und Genremalerei des 19. Jahrhunderts auf ihre Kosten. Hochdramatisch in dieser Sektion ist die Schilderung einer Überfahrt auf dem Chiemsee bei tosendem Sturm und Wellengang; dabei legt Josef Wopfner den Fokus auf zwei rudernde Frauen, die das Schicksal der Bootsinsassen in Händen zu haben scheinen (30.000/35.000).

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