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Münchner Resultate : Papileos Reise

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Otto Mueller trumpft auf und Gabriele Münters „Haus in Murnau“ folgt ihm nach: Ergebnisse der Kunstauktion bei Karl & Faber in München.

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          Auch in Karl & Fabers Herbstauktionen lagen Favoriten des jüngst vergangenen deutschen Kunstmarktjahres ganz vorn. Von Otto Mueller - er schaffte es in der nationalen Topliga mit einem Mädchengemälde auf Platz vier  - hatte das Münchner Haus das großformatige Aquarell „Zwei sitzende Mädchen im Gras“ von 1915 anzubieten.

          Nach fünfzig Jahren in Münchner Privatbesitz konnte es in bestem Zustand seine untere Taxe dank internationaler Begehrlichkeiten problemlos auf 260.000 Euro verdoppeln, das Aufgeld hinzuaddiert, waren 316.000 Euro für das Werk zu entrichten. Gabriele Münter, die ebenfalls auf den Hitlisten steht, schoss mit einem knallrot gedeckten „Haus in Murnau“ von etwa 1908 über das Ziel hinaus, als süddeutsche Bieter 200.000 Euro (Taxe 130.000/150.000 Euro) bewilligten. Auch ihr Spätwerk „Tigerlilie vor Mondlandschaft“ traf mit 100.000 Euro ins Schwarze.

          „Bemalung“ von Maria Lassnig

          Karl & Faber meldet für die Versteigerung Moderner und zeitgenössischer Kunst ein Ergebnis von 92 Prozent der unteren Gesamttaxe. Dazu trugen hochklassige Papierarbeiten ihr Scherflein bei: Auch Noldes Aquarell „Weinlaub und Dahlien“ entsprach mit 100.000 Euro der Erwartung, 70.000 Euro gab es für seine „Mohnblumen“ mit Stockflecken. Eine aquarellierte „Nordlandreise“, die Lyonel Feininger seinem „Papileo“ zum Weihnachtsfest 1933 widmete, hoben Telefon- und Saalgebote auf 48.000 Euro (40.000/50.000). Als sehr seltener Frühdruck stieg Franz Marcs signierter Holzschnitt „Tiger“ aus dem Jahr 1912 von 9000 auf 17.000 Euro.

          Otto Dix überraschte mit der Farblithographie „Katze und Hahn“ von 1966, einem von achtzig Exemplaren, für das ein Luxemburger Sammler bis 19.500 Euro (7000) durchhielt. Maria Lassnig verschaffte der zeitgenössischen Offerte ihr Preis-Highlight: Ihre „Bemalung“ von 1886, ein Exempel der Darstellung ihrer Wahrnehmung des eigenen Körpers, schaffte spielend 220.000 Euro (120.000/150.000). König der Gebote wurde Alexander Calder: Sechzehn Interessenten kämpften um seine frühe Gouache mit schwarzem Stern und roter Scheibe, was sich schließlich mit 44.000 Euro (16.000/18.000) auszahlte.

          Die vorausgegangene Auktion Alter Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts lief sich warm mit Hans Sebald Behams Porträtzeichnung des Kaisers Maximilian - dieses Blatt nach Dürers berühmtem Vorbild brachte erwartete 15.000 Euro - sowie mit unerwarteten 28.000 Euro (7000/8000) für einen Freskenentwurf des Augsburger Rokoko-Künstlers Johann Georg Dieffenbrunner aus der Sammlung Wolfgang Ratjen. Der Absatz verlief flüssig, manchmal gestützt von Zuschlägen unterhalb der Taxen.

          So erwarb der Käufer von Samuel van Hoogstraten sein barockes Vanitas-Stilleben mit jungem Nachdenker bereits für 20.000 statt 30.000 bis 40.000 Euro. Die größte Überraschung brachte Christian Friedrich Malis „Sommeridylle am Chiemsee“, als das Gemälde von 1884 von 2300 auf 31.000 Euro sauste. Während Hans Thomas saftige Phantasielandschaft am Oberrhein sich mit der unteren Taxe von 20.000 Euro begnügen musste, feierte der Publikumsliebling Spitzweg kleine Triumphe mit einem seiner Zigarrenkistendeckel-Bildchen, es stellt in fast impressionistischem Duktus gemalte „rastende Zigeuner“ dar und brachte 40.000 Euro (25.000/30.000). Spitzweg als Naturbeobachter und Landschafter zeigt die großartig reduzierte Ölskizze eines oberbayrischen Sees mit Uferböschung, ein kleines mit 12.000 Euro (3000/4000) honoriertes Werk.

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