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Monika Sprüth wird siebzig : Was sie liebt, kennt sie so gut

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Bild: Picture-Alliance

Die Galeristin Monika Sprüth förderte von Anfang an die Kunst von Frauen.

          Die kleine Tischrunde in einem Pariser Café staunt über den Gast aus Köln: Die attraktive, selbstbewusste junge Frau sagt, sie werde eine Galerie eröffnen. Gerade arbeite sie noch kurz als Lehrerin, ihren eigentlichen Beruf als Stadtplanerin in Oberhausen habe sie an den Nagel gehängt. Der Maler, mit dem das Vielseitigkeitstalent starten will, begleitet sie auf der Informationsreise nach Paris. Andreas Schulze heißt er und schließt gerade sein Akademiestudium ab, im Kunstbetrieb kennen ihn damals erst wenige. Das hat Monika Sprüth dann geändert, als sie kurz darauf, im Jahr 1983, in der Kölner Altstadt ihre Galerie aufmachte.

          Denn Künstler, die unter ihre Fittiche dürfen, erfahren vollen Einsatz. Unaufgeregt, äußerst effizient und mit Herz und Hingabe steht sie hinter dem, was sie überzeugt. Das waren zu Beginn vor allem Frauen: „Es gab viele interessante Künstlerinnen, aber es gab keinen Markt für sie“ – so beschreibt die Galeristin einen Zustand, der nach Korrektur verlangte; Rosemarie Trockel, Cindy Sherman, Jenny Holzer, Louise Lawler, auch Barbara Kruger verhalf sie maßgeblich zu gebührender Beachtung in der Öffentlichkeit und am Markt. Bis heute gehören diese „Big Five“ zu ihrer Kerntruppe. Einer einseitig feministischen Ausrichtung gab Monika Sprüth früh mit George Condo, AlighieroBoetti und Fischli/Weiss ein Gegengewicht, auch wenn „Eau de Cologne“, ihr legendäres Magazin- und Ausstellungsprojekt der achtziger Jahre, die Szene mit seiner rein weiblichen Duftmarke erregte.

          Eine Galerie und ihre Künstler, die nichts und niemand trennen konnte

          Wer ihr damals in Paris zuhörte, zweifelte nicht am Erfolg ihrer Pläne. Doch dass daraus eines der weltweit einflussreichsten Galerie-Imperien erwachsen sollte, konnte niemand ahnen. 1998 fusionierte Monika Sprüth mit Philomene Magers; nach einem Intermezzo in München eröffnet dann die Galerie Sprüth Magers 2003 eine Dependance in London; der Hauptsitz heißt seit 2008 Berlin, und 2017 kam Los Angeles als weiterer Standort dazu. Adressen in Köln und Hongkong bespielt das Galeristinnenduo auch noch. Vor zwei Jahren bescherte Monika Sprüth der Mewo-Kunsthalle in ihrer Geburtsstadt Memmingen eine Ausstellung: „Never enough – Monika Sprüth und die Kunst“ glich einem stolzen Resümee: Wo gibt es das schon, eine Galerie und ihre Künstler, die in Jahrzehnten nichts und niemand trennen konnte? Also bestückten ihre frühen Begleiter diese Schau, gemeinsam mit dem im Lauf der Zeit um Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky oder Thomas Ruff, um Thomas Demand oder Reinhard Mucha und mehr Berühmtheiten gewachsenen Kreis.

          Soll man noch einmal den Fußballfan Monika Sprüth erwähnen, von dem schon so oft zu lesen war? „Unbedingt“, sagt Philomene Magers, „das ist lebensbestimmend für sie, Teil jedes Tages. Sie kennt sich extrem gut aus, weiß von jedem interessanten Jungspieler bis in die Subligen!“ Kein Wunder eigentlich. Was sie liebt, kennt sie eben gründlichst – Kunst wie Kicker. Heute feiert Monika Sprüth ihren siebzigsten Geburtstag.

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