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Moderne und Zeitgenossen : Es lief erstaunlich gut

  • -Aktualisiert am

Ergebnisse der Auktionen mit Moderne und Zeitgenossen bei Christie’s, Sotheby’s und Phillips in London und New York.

          4 Min.

          Trump Descending an Escalator“: Der Titel des Bildes beschreibt, was wir vor uns sehen – und gleichzeitig ein Ereignis, das viele Menschen 2015 live im Fernsehen verfolgten: den Moment, als Donald Trump die Rolltreppe im Trump Tower in New York hinabfuhr, um im Foyer seine Kandidatur für die amerikanische Präsidentenwahl bekanntzugeben. „Ich wollte diesen Moment der Anspannung festhalten, wenn du weißt, dass etwas passieren wird, und du kannst nichts tun, um es aufzuhalten“, sagte die in Brooklyn lebende Malerin Dana Schutz dem Magazin „The New Yorker“ über ihr mehr als zwei Meter hohes Gemälde. Es war ein Highlight des „20th Century and Contemporary Art Evening Sale“ bei Phillips in London. Zwar entfachte es kein hitziges Bietgefecht, erzielte jedoch den Hammerpreis von 550.000 Pfund, nahe der oberen Taxe. Der Höchstpreis für ein Werk von Schutz liegt bei 2,4 Millionen Dollar.

          Die Abendauktion von Phillips machte den Auftakt der Londoner Zeitgenossen-Woche und setzte mit 36 verkauften Losen von 38 im Angebot 26,3 Millionen Pfund um. Zwölf Losen war der Verkauf schon im Voraus durch eine Garantie gesichert; besonders hervor taten sich Bieter aus Asien. Der Umsatz ist vergleichbar mit dem im Oktober 2019, als mit 43 Losen 25,8Millionen eingespielt wurden. Es begann energiegeladen mit dem neuen Rekord von 220.000 Pfund (Taxe 40.000/60.000) für Emily Mae Smith und „Alien Shores“. Gleich darauf wurde „Aashiana (Hearth and Home)“ von Salman Toor für 110.000 Pfund (30.000/50.000) einem Online-Bieter in Taiwan zugeschlagen. Portia Zvavaheras „Arising from the Unknown“ lieferte mit 130.000 Pfund (40.000/60.000) einen weiteren Rekord. Wenig aufgeregt ging es beim Spitzenlos, Georg Baselitz’ „Das letzte SelbstbildnisI“ aus der Sammlung von Marcel Brient, zu. Es wurde bei nur einem Gebot von 4,1 Millionen Pfund (4,7/6 Millionen) zugeschlagen. George Condos „The Age of Reason“ erzielte 1,85 Millionen (2/3 Millionen), und Keith Harings „Untitled (Grace Jones Mask)“ blieb mit 1,4 Millionen Pfund knapp unter der Taxe hängen.

          Sotheby’s wie Christie’s hatten ihren Londoner Abendterminen eine Auktion in Paris vorangestellt, was als weitere Aufwertung dieses Standorts bewertet werden kann. Beide Häuser lagen mit ihren Umsätzen im Rahmen des Londoner Anteils deutlich hinter denen des Vorjahrs. Sechs Lose im „Contemporary Art Evening Sale“ von Sotheby’s waren von den Einlieferern vor Beginn zurückgezogen worden: wohl ein Zeichen der Nervosität, falls vor der Auktion nicht genügend Interesse an einem Werk angemeldet wurde. Von den übrigen 41 Losen blieben sieben unverkauft. Mit 34 verkauften Losen wurden trotzdem ordentliche 47,8 Millionen Pfund eingespielt; im Oktober 2019 waren es 54,7 Millionen Pfund für 34 Lose. Solide Preise gab es auch: Henry Taylors Gemälde „See Alice Jump“ (250.000/350.000) stieg auf 420.000 Pfund. Es zeigt die Hochspringerin Alice Coachman, die 1948 als erste schwarze Amerikanerin olympisches Gold gewann; 2016 stellte das Bild den damaligen Rekordpreis für den Künstler von 149.000 Dollar auf.

          Der Publikumsliebling bei Sotheby’s war Banksys „Show me the Monet“, eine Persiflage auf Claude Monets Gemälde seines Gartens in Giverny. Dabei setzte sich ein Privatsammler aus Asien mit einem Gebot von 6,4 Millionen Pfund (3/5 Millionen) durch. Ein rotes „Abstraktes Bild (742-2)“ von Gerhard Richter ging für 4,3 Millionen Pfund (4,5/6,5 Millionen) am Telefon der Expertin Patti Wong wohl ebenso nach Asien. Bridget Rileys schwarzweißes Op-Art-Gemälde „Untitled (Diagonal Curve)“ (Taxe 5,5/7,5 Millionen) war zurückgezogen worden, daher avancierte Basquiats „Justcome Suit“ mit dem Hammerpreis von 4,25 Millionen Pfund (4,6/6,6 Millionen) zum Spitzenlos. Baselitz enttäuschte: „Ohne Titel (Waldarbeiter)“ (Taxe 500.000/700.000) wurde zurückgezogen, sein „Mutter und Kind“ (Taxe 1,5/2 Millionen) blieb unverkauft; für „Erstens, bitte schön“ von 2014 wurden 470.000 Pfund (500.000/700.000) bewilligt.

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