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Auktionen bei Karl&Faber : In der getupften Laube

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Die Münchner Auktionswoche beginnt am 6. Juni bei Karl&Faber. Das Angebot reicht von Moderner Kunst bis zu den Zeitgenossen.

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          Die Münchner Auktionswoche beginnt am 6. und 7.Juni bei Karl&Faber. Am ersten Tag kommt Moderne Kunst unter den Hammer: In Max Liebermanns Themenkreis um Mensch und Tier am Meer reiht sich der barfuß „Reitende Junge am Strande“ von 1903. Geschätzt ist das Gemälde, das Liebermann Paul Cassirer verkaufte, auf 180.000 bis 240.000 Euro.

          Lovis Corinths „Reiter“ hält seinen gesattelten Braunen 1913 im Hof eines mecklenburgischen Ritterguts (Taxe 70.000/90.000 Euro); 1915 malt er eines seiner prachtvollen Blumenbilder, „Tulpen, Flieder und Kalla“ (250.000/350.000). In Bayern animierte eine Murnauer Straßenecke Gabriele Münter zu Variationen über ein gelbes Haus, das einen hellen Lichtblick bei matschigem „Tauwetter im Dorf“ im Jahr 1948 abgibt (250.000/300.000).

          Gleich das erste Los kündigt eine starke Offerte von Arbeiten auf Papier an: Kirchners Entwurf eines Titelblatts der Zeitschrift „Zeit im Bild“ mit drei Mädchenköpfen in einer Theaterloge liegt als seltener Druck des zweiten Zustands vor (20.000/25.000). Später folgen markante Blätter der Druckgraphik wie Munchs „Tod im Krankenzimmer“ (40.000/ 50.000), der „Repas frugal“ vom ganz jungen Picasso (120.000/140.000) oder Beckmanns „Königinbar (Selbstbildnis)“ (40.000/50.000). Kirchners in Grüntönen schwelgender Holzschnitt „Waldfriedhof am Abend“ von 1933/34 liegt als einer von nur neun Handdrucken vor (40.000/60.000). 1930, in seinem letzten Bauhaus-Jahr, schuf Paul Klee das „Bildnis in der Laube“, das mit pastellenen Tupfen seine „pointillistische“ Phase ankündigt und durch die Hände von Flechtheim und Kahnweiler ging (250.000/300.000).

          Für den zweiten Tag sind Kunst nach 1945 und zeitgenössische Kunst in ein Paket geschnürt. Bernard Buffet sorgt für einen Hingucker mit einem „Stillleben“ von 1963: Gefäße und ein Tablett in Weiß, Orange und Blau rahmen seine dicken schwarzen Konturen (80.000/120.000). Nach Sigmar Polkes „Quetta“, einem großen, malerisch zart übergangenen Foto von Wasserpfeife rauchenden Männern in Pakistan (200.000/250.000), können sich Gerhard-Richter-Interessierte mit der Foto-Übermalung „16.Mai 2000“ warmlaufen (30.000/40.000) bis, wie bei der Konkurrenz Ketterer, ein Exemplar der Unikat-Edition „Grün-Blau-Rot“ ansteht, hier mit 350.000 bis 400.000 Euro ein gutes Stück höher taxiert.

          Ein Potpourri von Arbeiten Günther Förgs umfasst das Multiple „Ika/Spiegel“ (4000), zwei bronzene „Masken“ (Taxe je 6000/7000) sowie Malerei (Taxen bis 60.000/80.000). Was wie ein riesiger Bogen zerknülltes Papier aussieht, ist von Olaf Metzel bedrucktes Metall, auf dem es in Bild und Text um „Bargfeld“, also um Arno Schmidt und seinen Wohnort (35.000/45.000) geht. Wieder füllt österreichische Kunst ein Sonderkapitel mit Werken von Attersee bis Wotruba.

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