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Galeriewochenende in Paris : Kunst in der ganzen Stadt

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Nun also auch in Paris: Nach dem Vorbild des Gallery Weekend in Berlin eröffnen ausgewählte Galerien der französischen Hauptstadt zeitgleich ihre Ausstellungen. Startpunkt ist am kommenden Wochenende

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          Es gab schon einige Versuche, in Paris ein Galeriewochenende nach dem Berliner Vorbild zu etablieren. Sie scheiterten daran, dass zunächst ein schlüssiges Gesamtkonzept fehlte und es dann geduldiger Überzeugungsarbeit bedurfte, im gedrängten Kunstmarktkalender eine ausreichende Anzahl von Galerien für ein zusätzliches Ereignis zu motivieren. Der erste Auftritt von „Choices“ im vergangenen Jahr erwies sich als vielversprechend. Deshalb wird die zweite Ausgabe vom 29. bis zum 31. Mai über das künftige Schicksal der Veranstaltung entscheiden. Einige namhafte Galerien wurden hinzugewonnen, und die meisten konnten ihre Vernissagen frühzeitig für das Choices-Wochenende planen. Vierzig Teilnehmer sind es diesmal; 2014 waren es 35, von denen sich achtzig Prozent wieder beteiligen. Darunter sind wichtige Pariser Adressen wie Laurent Godin, Imane Farès, Suzanne Tarasiève oder Jocelyn Wolff, internationale Großgalerien wie Almine Rech, Karsten Greve, Thaddaeus Ropac und Max Hetzler, aber auch spannende junge Galerien wie Samy Abraham und Crèvecoeur. Und die legendäre Galerie Jaeger Bucher feiert mit einer Ausstellung der deutschen Künstlerin Evi Keller ihr neunzigjähriges Bestehen.

          Initiative, Konzept und Leitung von Choices sind Marion Papillon, der Ko-Direktorin der Galerie Claudine Papillon, zu verdanken. Im Gegensatz zu Berlin ist Paris mit gleich zwei Kunstmessen vergleichsweise gut bedient. Wozu also noch ein weiteres Event? „Auf den Messen haben wir nicht die besten Bedingungen, um Kunst zu zeigen“, erklärt Marion Papillon, „die Galeristen brauchen einen Anlass, um ihre Räume, die für Ausstellungen und Künstler ideal sind, wieder in den Vordergrund zu stellen und die Sammler in die Galerien zu locken.“ Internationale Sammler werden bei Choices mit einem besonderen Programm bewirtet - denn ein Heimspiel soll dieses Wochenende natürlich so wenig werden wie das Berliner Vorbild.

          Ein Zentrum, viele Wege

          Eine Gruppenausstellung, für die jeweils ein Werk in allen beteiligten Galerien ausgewählt wird, verschafft dem Pariser Parcours ein Ereignis zur Eröffnung, einen gewissermaßen geistigen Mittelpunkt und einen gut plazierten Überblick. Die Schau findet im prächtigen „Palais des Études“ der Kunsthochschule Beaux-Arts statt und wird von Alfred Pacquement kuratiert, dem ehemaligen Leiter des Centre Pompidou. Man darf gespannt sein, wie Pacquement die vierzig zeitgenössischen Künstler zwischen Arkaden, Kuppeldach und Marmorstatuen der klassizistischen Halle arrangieren wird. Darunter sind Werke des Amerikaners Nathan Hylden (bei der Galerie Art: Concept), der Französinnen Frédérique Loutz (bei Claudine Papillon) und Iris Levasseur (bei Odile Ouizeman), des Österreichers Elmar Trenkwalder (bei Bernard Jordan) oder des Belgiers Joris Van de Moortel (bei Nathalie Obadia).

          Der Pariser Parcours führt einmal quer durch die ganze Stadt, von der Galerie Air de Paris im 13. Arrondissement - mit Werken der amerikanischen Künstlerin Channa Horwitz - über Saint-Germain, das Marais und Belleville bis nach Pantin, wo sich Thaddaeus Ropac vor drei Jahren mit seiner eindrucksvollen Dependance niedergelassen hat. Dort erwartet die Besucher eine Ausstellung mit neuen Werken des englischen Bildhauers Antony Gormley.

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