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Art Forum und abc : Teamarbeit

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Sie verbindet mehr als nur ein Shuttle-Bus: Das Berliner Art Forum und die Verkaufsschau Art Berlin Contemporary wollen im Herbst gemeinsam Stärke demonstrieren.

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          Vom 24. bis 27. September findet die Kunstmesse Art Forum in Berlin statt. Gleichzeitig hat sich die Verkaufsschau „abc“, Art Berlin Contemporary, in der Akademie der Künste eingemietet und bietet ein Programm, das sich als Ergänzung versteht. Man hat sich versöhnt: Die ehemals Abtrünnigen, die vor Jahren das Berliner Gallery Weekend gründeten und 2008 zum ersten Mal die „abc“ veranstaltet haben, nehmen wieder am Art Forum teil. Es wird einen Shuttle-Bus zwischen Messe und der Akademie der Künste geben, und die Eintrittskarte gilt für beide Veranstaltungen.

          Die neuen Leiter des Art Forums, Eva-Maria Häusler und Peter Vetsch, haben beide lange für die Art Basel gearbeitet und setzen nun auf Berlin als das europäische Kunstzentrum. Den Rahmen ihrer Messe haben sie dafür um einige Jahrzehnte erweitert und ausdrücklich eingeladen, Kunst seit 1960 zu zeigen. Nach den Konfliktjahren sind auf der Ausstellerliste von 130 Teilnehmern rund achtzig wichtige Namen dabei, die zuletzt fehlten, darunter die Berliner Baudach, Carlier/Gebauer, Hetzler, Klosterfelde, neugerriemschneider, Nordenhake und Schipper.

          Die Mehrheit der Aussteller ist aus Europa

          Mehr als ein Drittel der Galerien ist aus Berlin. Grässlin kommt aus Frankfurt, Barbara Gross aus München, Löhrl aus Mönchengladbach, Hans Mayer aus Düsseldorf; aus Wien Christine König, Krobath, Krinzinger und nächst St. Stephan, und aus Salzburg Ruzicska. Trotz der Abwesenheit zum Beispiel von Hauser & Wirth oder Sprüth Magers ist der deutschsprachige Raum gut vertreten. Er macht ungefähr die Hälfte der Aussteller aus. Xavier Hufkens und Rodolphe Janssen reisen aus Brüssel an, Daniel Templon aus Paris, Max Wigram aus London und Zero aus Mailand. Einige junge Galerien, die 2008 teilnehmen durften, haben jetzt eine Absage erhalten, aber auch der Berliner Volker Diehl gehört nicht mehr dazu, obwohl er zu den Gründern zählt.

          Die Mehrheit der Galerien ist europäisch und kommt aus Städten von Amsterdam (Gabriel Rolt) und Barcelona (Galeria Senda, Projecte SD) bis Vilnius (Tulips & Roses) und Zürich (Mark Müller, Bob van Orsouw, Galerie Haas, Mai 36). Nur eine Handvoll haben ihre Heimat auf anderen Kontinenten: Michael Stevenson aus Kapstadt, Christopher Grimes aus Santa Monica und Fredric Snitzer aus Miami. Aus dem krisengebeutelten New York reisen nur fünf Galerien an: Spencer Brownstone, Edlin Gallery, Team Gallery, I-20 und Moeller Fine Art, Letztere seit kurzem mit einem Standbein in Berlin.

          „abc“ in der Akademie der Künste

          Nach amerikanischem Vorbild planen Häusler und Vetsch ein Komitee mit rund 100 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Der Ehrenvorsitzende ist der Sammler und Galerist Paul Maenz. Ein „VIP-Programm“ mit Besuchen bei Privatsammlern und Empfängen, wie es von der Art Basel und der Armory Show bekannt ist, wird auf die gesamte Messezeit ausgedehnt. Vergangenes Jahr hat sich die „abc“ im Alten Postbahnhof ohne Messestände auf Skulpturen und Installationen konzentriert. Jetzt gibt sich die Schau noch unkommerzieller, denn sie wird in der Akademie der Künste stattfinden und soll ausschließlich mit Projekten für den öffentlichen Raum aufwarten.

          So erklärt sich auch der Untertitel, den die zweite Ausgabe nun trägt: „def“ wird etwas holprig als „drafts establishing future“ entschlüsselt. Man darf heute schon rätseln, für was 2010 die nächsten Buchstaben des Alphabets „ghi“ stehen werden. Im Gegensatz zu 2008 ist der Platz in dieser Saison stark beschränkt: „Maß und Plattform aller künstlerischen Beiträge ist das legendäre Tischgestell von Egon Eiermann aus dem Jahr 1953 in der Größe 1 m × 2 m“, schreiben die Veranstalter vor. So bespielen die 65 Galerien, für eine Gebühr von je 1000 Euro, eine kleine Fläche mit großen Gedanken zeitgenössischer Künstler. Die Galleria Franco Noero aus Turin wird Skizzen von Henrik Håkansson präsentieren, die einen versunkenen Park darstellen, Yona Friedman plant bei Kamel Mennour eine dreidimensionale Architekturphantasie, und Johan Thurfjell hat für Nordenhake in Modellbau eine bewaldete Miniaturlandschaft angefertigt.

          Und dann fehlen noch die Satellitenmessen: die Berliner Liste mit rund sechzig Galerien im Palais am Tiergarten (23. bis zum 27. September), die Preview Berlin mit 47 Galerien im alten Flughafen Tempelhof (25. bis zum 27.) und schließlich die alternativste der Veranstaltungen, der Berliner Kunstsalon im Humboldt-Umspannwerk in Prenzlauer Berg (22. bis zum 27.), dieses Jahr mit dem Schwerpunkt Fotografie. Unter den siebzig Ausstellern sind dort nur fünf Galerien und sonst hauptsächlich nichtkommerzielle Künstlergruppen wie das „Zentrum für politische Schönheit“ und „Amt für Körperschaften“.

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