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Messerundgang Art Basel : Der Marktplatz für die Kunst bleibt Basel

  • -Aktualisiert am

Auch die neuste Ausgabe der wichtigsten Kunstmesse bleibt der Devise treu: Nur die Besten sind zugelassen - unser Rundgang über die 39. Art Basel.

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          Auf dem Vorplatz der Messe in Basel grüßt eine Versammlung von riesigen Tonköpfen des Schweizer Künstlers Ugo Rondinone: Erfreuen sich diese Geschöpfe mit ihren breiten Fratzen an der herbeiströmenden Menschenmasse, oder liegt in ihren Minen ein leicht nervöser Zug, wie sich die 39. Art Basel so machen wird? Die neuen Co-Direktoren, Marc Spiegler und Annette Schönholzer, präsentierten sich jedenfalls sehr einig als das neue Team, nachdem wenige Wochen vor Beginn Cay Sophie Rabinowitz als künstlerische Leiterin aufgegeben hatte.

          Über ihre inhaltlichen Visionen sagten sie dann aber wenig. Ihr Credo: Die Art Basel ist ein Selbstläufer, da muss nichts mehr erklärt werden. Widerspruch zwecklos: Offene Fragen waren während der Pressekonferenz nicht zugelassen. Dabei sein in Basel dürfen 2008 wieder rund 300 Galerien aus 33 Ländern; 2000 Künstler sind vertreten. Die Vereinigten Staaten bilden mit 72 Ausstellern die stärkste Fraktion, danach folgt schon Deutschland mit 49 Teilnehmern. Insgesamt gingen mehr als tausend Bewerbungen ein - so viele wie noch nie zuvor.

          Gestrenge Auswahl

          Einige Galerien, die 2007 das erste Mal aufgenommen worden waren, fanden keine Zustimmung mehr; nun durften andere Premiere feiern: Neu ist Ruth Benzacar aus Buenos Aires, Cazeau-Béraudière aus Paris, Richard Green aus London oder Marianne Boesky aus New York. Die Beijing Art Now Gallery aus Peking sorgt für Aufsehen mit ihrem Art-Unlimited-Beitrag: In Qiu Anxiongs Zugwaggon, „Staring into Amnesia“ von 2007, flimmern über die Fensterscheiben unentwegt fremde Erinnerungsbilder. Aus China sind dieses Jahr vier Galerien angereist.

          Viele Aussteller waren zwar vorher besorgt, ob die wichtigen Sammler aus Amerika aufgrund des starken Euro überhaupt erscheinen würden. Doch am Stand von Matthew Marks aus New York ließ sich beobachten, was gerade sie in Basel suchen: Amerikaner kauften Werke vom amerikanischen Künstler Ellsworth Kelly. Es ist eben schick, anlässlich des 85. Geburtstags des Künstlers hier ein Erinnerungsstück mitzunehmen.

          Spitzenwerke drängen sich

          Das Selbstbewusstsein der Direktoren ließ sich dann auch schnell begründen: In den zwei Messehallen öffnet sich eine einzigartige Parade von der Klassischen Moderne bis in die Gegenwart. Hier hängt Kunst für Millionäre an den Ständen. Die waren angereist zur Preview und kauften ein - etablierte Namen zu hohen Preisen. Das teuerste Bild hängt bei Marlborough, und es ist natürlich von Francis Bacon: Sein hellrosafarbenes Triptychon „Three Studies of the Human Body“ von 1970 erstreckt sich über 4,5 Meter. Stolze achtzig Millionen Dollar kostet es. Mit drei Studien des menschlichen Körpers hatte sich die Galerie auf der Tefaf in Maastricht schon einmal 2007 gezeigt, damals mit einer Preisauskunft in Höhe von 44 Millionen Dollar.

          Gerade hat der russische Milliardär Roman Abramowitsch für Bacons „Triptych, 1976“ im gleichen Format 77 Millionen Dollar (netto) bei Sotheby's in New York bezahlt - daneben Lucian Freuds nackte Dicke, „Benefits Supervisor Sleeping“ aus dem Jahr 1995 (für weitere dreißig Millionen). Acquavella aus New York hat in Basel Freuds jugendlicheres „Girl in Attic Doorway“ der Jahre 1994/95 dabei (für zwölf Millionen Dollar); es ist aber schon verkauft, heißt es. Die Abramowitschs sah man übrigens am Eröffnungstag Giacometti-Skulpturen bei Krugier aus Genf bestaunen.

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