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Grosvenor-House Art & Antiques Fair : Es ist Zeit für ein neues Image

Sich der Gegenwart öffnen: Die Kunst- und Antiquitätenmesse Grosvenor House in London versucht sich an einer Verjüngung und muss gleichzeitig mit schmerzvollen Absagen bei der Alten Kunst umgehen.

          Die Grosvenor-House Art & Antiques Fair hat 75 Jahre nach ihrer Gründung guten Grund, sich auf ihren Anfang zu besinnen. Die Londoner Kunst- und Antiquitätenschau ging 1934 aus der Wirtschaftskrise hervor. Damals taten sich britische Händler zusammen, um den Markt anzukurbeln. 2009 empfinden die Nachfolger nun ähnliches Bangen. Jede große Veranstaltung gibt Anlass, die Zeichen zu lesen: In Grosvenor House bestätigt sich der Trend, der sich bereits in Maastricht abzeichnete. Qualität bewährt sich bei einer zunehmend wählerischen Klientel, die jetzt nicht mehr mit den Spekulanten konkurrieren muss.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Die Messe im Ballsaal des Nobelhotels bemüht sich schon seit einiger Zeit um ein frisches Image. Die Möglichkeiten sind freilich durch die lichtlosen Räume im Souterrain beschränkt, aber nach und nach sieht man eine Verjüngung: Von den rund 90 Händlern, die in diesem Jahr ausstellen, war weniger als ein Drittel vor zehn Jahren dabei. Nachdem die starren Zeitbestimmungen vor sieben Jahren aufgehoben wurden, wonach alle Artefakte hundert Jahre alt sein mussten, bekam unlängst die Fotografie ihren Fuß in die Tür. Die Messe ist dadurch vielfältiger geworden, die Dominanz der braunen Möbel ist gebrochen.

          Ein römischer Herakles

          Von der wunderbaren römischen Statuette des Herakles, die Rupert Wace für 235.000 Pfund anbietet, über den indischen Schmuck bei Susan Ollemans, die rituellen zylindrischen Steinfiguren aus dem Hindukusch bei Peter Petrou, die exotische Dogin in Schwarz des venezianischen Klimt-Anhängers Vittorio Zecchin bei Whitford Fine Art oder Helmut Newtons riesigen surrealen Silberdruck (350.000 Dollar) bei Hamiltons Gallery gibt es etwas für jeden Geschmack. Auch die etablierten Namen buhlen um neue Sammler: In ihrer Serie von Auftragswerken, die als Sammlerobjekte für die Zukunft konzipiert sind, präsentiert die Antiquitätenhandlung Mallett einen ausgefallenen furnierten Schrank des Designers Toord Bontje, von dem bereits drei Exemplare bestellt worden sind (95.000 Pfund).

          Auffallend ist das Fehlen der Altmeisterhändler Konrad O. Bernheimer und Johnny van Haeften, die stattdessen anlässlich der Londoner Altmeisterversteigerungen vom 4. bis zum 10. Juli an der „Master Paintings Week“ teilnehmen. Die Stimmung am Eröffnungstag war jedoch keineswegs bedrückt. Einige Aussteller, darunter die Silberhändler Koopman Rate Art, berichteten sogar, sie hätten so gute Geschäfte gemacht wie seit Jahren nicht mehr.

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