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Art Cologne & Art Brussels : Belebt diese Konkurrenz das Geschäft?

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Wenn Messen sich messen: Wiedereinmal finden Art Cologne und Art Brussels an einem Termin statt. Wie sind ihre Pläne? Wer kommt, und wer bleibt weg?

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          Sammler und Galeristen würden sicherlich gern die Kunst der Teleportation beherrschen, wenn Ende des Monats wieder die Kunstmessen in Köln und Brüssel anstehen. Denn die Termine der Art Cologne und der Art Brussels überschneiden sich auch dieses Jahr wieder. Für wen diese Koexistenz einen Vorteil und für wen sie vielleicht einen Nachteil bedeutet, ist noch nicht geklärt. Doch die Art Cologne hat sich entschieden: Die Traditionsmesse gibt nach und verschiebt ihren Termin um einen Tag nach hinten. Sie öffnet 2013 erst am Freitag, den 19. April, nimmt dafür aber Montag, den 22. April, hinzu. Die Art Brussels bleibt beim gewohnten Rhythmus und findet vom 18. bis 21. April statt. Für die meisten Galerien bedeutet das trotzdem wieder: Sie müssen sich entscheiden. Denn nur wenige wagen den Spagat, an beiden Veranstaltungen teilzunehmen. Zu den Mutigen gehören die Gebrüder Lehmann aus Dresden, der Düsseldorfer Max Mayer und Nächst St. Stephan aus Wien.

          Die Innsbrucker Elizabeth und Klaus Thoman waren zehn Jahre lang sowohl in Köln als auch in Brüssel dabei. Seit sie eine zweite Dependance ihrer Galerie in Wien eröffnet haben, reichen dafür die Kapazitäten nicht mehr aus: „2013 werden wir uns auf die Art Cologne beschränken“, sagt Klaus Thoman. „Unter Daniel Hug hat sich Köln stark entwickelt. Wir sehen dort das größere Zukunftspotential.“ Die älteste Kunstmesse Deutschlands findet in diesem Jahr zum 47.Mal statt. Ihr Spektrum umfasst wie stets nahezu alle Gattungen der bildenden Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts: Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur und Installationen, Videos und Performances.

          Rund zweihundert Galerien reisen nach Köln. Der Schwerpunkt liegt mit mehr als fünfzig Prozent ganz klar auf Teilnehmern aus Deutschland. Unter den nationalen Ausstellern dominieren die Berliner mit mehr als vierzig Ausstellern. In der internationalen Konkurrenz führen die Vereinigten Staaten vor der Schweiz, Österreich und Großbritannien das Feld an - vor allem wegen der Satellitenmesse Nada, die in Halle 11.3 eine eigenständige Sektion bildet. 2012 hat Daniel Hug die Kooperation mit der in New York ansässigen New Art Dealers Alliance begonnen. Jetzt wird sie ausgebaut: Die Anzahl der Galerien hat sich mit 24 mehr als verdoppelt und gibt der Gegenwartskunst in Köln mehr Gewicht.

          Insgesamt ist wenig Fluktuation unter den Ausstellern zu beobachten. Die breite Masse ist der Art Cologne treu, darunter ist auch David Zwirner, der seit 2012 zum ersten Mal wieder nach Köln kam und sich nun wieder angekündigt hat. Sein Vater Rudolf Zwirner gehörte 1967 zu den Gründern der Messe. Auch die anderen großen Namen Hauser&Wirth, Klosterfelde, Sprüth Magers sind in Köln wieder dabei. Unter den Neuzugängen führt die Ausstellerliste die spanische Traditionsgalerie Helga de Alvear aus Madrid und Dierking aus Zürich. Und auch aus New York kommt ein ganzer Schwung interessanter Galerien hinzu: Marlborough Contemporary (die ihr Glück parallel auch auf der Art Brussels versuchen), Moeller Fine Art und David Nolan. Scheint ganz, als würde der Nada-Plan aufgehen: Die Art Cologne wird immer internationaler.

          Ob es mit diesem Angebot gelingen wird, wie im Vorjahr 60.000 Besucher anzulocken? Von solchen Zahlen kann man in Belgien jedenfalls nur träumen: Bei der 31. Ausgabe der Art Brussels rechnet man mit 30.000 Gästen. Für die Art Brussels, die ausschließlich Gegenwartskunst ausstellt, sind 187 Galerien angekündigt, die Werke von über 2000 Künstlern anbieten. Die Teilnehmer sind in drei Kategorien eingeteilt: die Etablierten, die Jungen und die Neulinge. Vierzehn Galerien sind in der Sektion „First Call“ zum ersten Mal in Brüssel dabei; neun von ihnen kommen aus New York und Berlin. Mit James Fuentes und der Frankfurter Neuen Alten Brücke hat die Art Brussels für ihren „First Call“ der Kölner Konkurrenz zwei innovative Galerien abgenommen.

          Für frischen Wind in Brüssel sorgt außerdem das neue Design-Konzept von Tom Mares, Jahrgang 1983: Der Belgier will aus der Messe eine „Art City“ machen. Für den Eingang ist ein Check-in-Bereich wie am Flughafen geplant. Farbige Markierungen am Boden leiten die Gäste zur Bühne, zum Kino oder zum „First Call Square“. Die Uniformen der Hostessen, die man jetzt schon auf der Website der Messe bewundern kann, erinnern an den Dress von Flugbegleiterinnen - nur prangt statt des Namens einer Fluggesellschaft „Art“ auf ihrem Rücken. In Köln begrüßen Werke aus der Julia Stoschek Collection die Besucher. Mal sehen, welcher Empfang besser ankommt - und welche Stadt sich den Titel „Art City“ mehr verdient hat: Köln oder Brüssel.

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