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Art Berlin Contemporary : Was Sie über Malerei schon immer wissen wollten

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Die Messe, die keine sein will: Die Art Berlin Contemporary handelt „about painting“ und zeigt nicht nur Gemälde. Ob das Konzept der Schau nachhaltig funktioniert, ist noch nicht ausgemacht.

          Das Wetter und die Kunst haben sich verschworen: Der Herbst beginnt in Berlin jetzt schon Anfang September. Weil die arg bedrängte Messe Art Forum, wie berichtet, aufgegeben hat, sind nun alle Augen auf die Art Berlin Contemporary - kurz abc - im alten Postbahnhof am Gleisdreieck gerichtet. Gleichzeitig laufen noch, als Satelliten, die „Preview Berlin - The Emerging Art Fair“ in einem Hangar des Flughafens Tempelhof, die Berliner Liste mit zeitgenössischer Kunst und Fotografie in der Trafo-Station an der Köpenicker Straße und der Berliner Kunstsalon in den Uferhallen als eine Plattform für noch jüngere Talente.

          Die abc ist eine Messe, die keine Messe sein will. Vor vier Jahren von den Initiatoren des erfolgreichen Berliner Gallery Weekend, das immer Anfang Mai stattfindet, ins Leben gerufen, verzichtet die Schau - nach dem Vorbild der Sektion „Art Unlimited“ bei der Art Basel - auf einzelne Kojen. Die Galeristen müssen nicht anwesend sein, und für die Besucher, die - abgesehen von denen, die zur Eröffnungsparty geladen waren - in den ersten Tagen seit dem Mittwoch noch nicht allzu zahlreich erschienen, ist nicht unbedingt erkennbar, dass die Werke zum Verkauf stehen. Wer doch an einem Preis interessiert ist, kann aus dem Katalog, der alphabetisch nach Künstlern geordnet ist, E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Galerie erfahren. So kann es schon einmal passieren, dass eine Preisanfrage nach Dubai mit einer automatischen E-Mail beantwortet wird, des Inhalts: Die Galerie nehme keine Künstler-Portfolios mehr an, und falls sie doch welche erhalte, werde sie diese nicht zurückschicken.

          Alle Teilnehmer scheinen sich einig zu sein, dass Verkäufe nicht im Vordergrund stehen. Dabei ist ausgerechnet in diesem Jahr Malerei das übergreifende Thema - und damit die künstlerische Gattung, die am ehesten verkäuflich ist. Mit dem Titel „about painting“ sind allerdings auch alle anderen Gattungen angesprochen, so dass einige wenige Video-Arbeiten, Fotografien, Installationen und Skulpturen zu finden sind: Ein malerischer Aspekt lässt sich immer finden.

          Tageslicht flutet durch die Glasdächer der zwei ebenerdigen Hallen, die durch eingebaute Stellwände und vereinzelte Kabinette Platz für 130 Künstler bieten. Ein geschwungener weißer Streifen auf dem geteerten Boden, Teil von Ceal Floyers Arbeit „Taking a Line for a Walk“ von 2008 (bei der Galerie Esther Schipper, Berlin), verbindet die beiden Räume der Ausstellung. Über das Thema Malerei lässt sich vor den zusammengestückelten Leinwänden bei Sergej Jensen (Galerie Neu, Berlin) nachdenken, vor Ulla von Brandenburgs schönem „Wald (orange)“, dessen Konturen holzschnittartig aus einer Leinwand ausgeschnitten wurden (Galerie Art: Concept, Paris, zusammen mit der Produzentengalerie, Hamburg), und auch bei Sara Sizer, die ihre Bilder durch Wegnahme erschafft, indem sie die natürliche Leinwandfarbe chemisch entfärbt oder Fäden extrahiert (bei Andrae Kaufmann, Berlin; 3000 bis 6000 Euro).

          Er malte auf Wasser

          Klosterfelde, Berlin, hat die amerikanische Künstlerin Kay Rosen, Jahrgang 1947, im Programm: Die studierte Linguistin hat im Riesenformat die ersten neun Buchstaben des Alphabets auf eine Wand gebracht, wobei die knallgelben Buchstaben „H I“ als überraschender Gruß aus dem trockenen System herausspringen (als Wall Painting in den Maßen variabel; 65.000 Dollar). Der österreichische Star Markus Schinwald ist mit einem Paar Biedermeier-Porträts vertreten, die ein Restaurator nach seinen Vorgaben manipuliert hat: Der Herr trägt jetzt eine Gesichtsprothese, und die Dame hat eine Korallenkette über ihre Stirn gelegt (bei Georg Kargl Fine Arts, Wien; 33.000 Euro).

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