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Messe Paper Positions in Basel : Luzifer, tote Bären und das Interesse an Zähnen

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Alles auf Papier: Die kleine Messe „Paper Positions“ findet zum ersten Mal in Basel statt. Sie umfasst unter anderem Messerschnittcollagen, Projektstudien für Skulpturen und Kunstwerke aus Karton.

          Alberto Giacometti war gerade mal zehn oder elf Jahre alt, als er sein halbes Engadiner Dorf malte, das sich nach der Jagd um erlegte junge Bären scharte (60.000 Franken): Zwischen Zeichnungen des reiferen Giacometti hängt diese hübsche Gouache des Künstlers in spe bei der Galerie Artrust aus Melano, die außerdem bezaubernde Blätter Tsuguharu Foujitas von Hunden und Menschen (von 5000 Franken an) auf die „Paper Positions“ mitgebracht hat.

          Nach Ausgaben in Berlin und München dockt diese kleine Wandermesse jetzt auch in Basel an. Nicht weit von den großen Messehallen bezog sie eine ehemalige Druckereihalle im Ackermannshof, die den 25 Ausstellern zwar konzentriertestes Hängen abverlangt, aber dafür mit Übersichtlichkeit entschädigt und mit heller angenehmer Atmosphäre.

          Ihre Vorgabe – Papier – legt die Veranstaltung großzügig aus. Deshalb kann Alexander Kunkel aus München eine Studie Franz von Stucks zum heute in der Nationalgalerie in Sofia bewahrten grübelnden „Luzifer“ mit dem glühenden Blick anbieten, die um 1890 in lockerer Façon auf Hartfaser angelegt wurde und noch im Originalrahmen sitzt (240.000 Euro). Und die Wiener Galerie Ulrike Hrobsky stellt Walter Weers teilbemalte, ruppige Objekte aus Karton vor, die Dekonstruktion und Neuschöpfung vereinen.

          Internationalität garantieren Galeristen aus Paris, Brüssel, London, Bukarest und als jüngste Teilnehmer Triangel Art aus Tel Aviv; dort zeigt man Lili Cohen Prah-yas von Spontaneität, Tempo und Temperament geleiteten Acryl-Kompositionen auf Papier (von 1400 Euro an). Mit vielfarbigen Messerschnittcollagen von Imi Knoebel (16.000 Euro) und frischgemalten Bildern von Andreas Schulze bringen Max Weber/Six Friedrich zeitgenössische Klassiker ins Spiel. Ebenso tut das Bernheimer Contemporary aus Berlin, wo ein deutsches Museum eine Reihe von Arbeiten des 2017 gestorbenen Minimalisten Carol Bethke ankaufte.

          Der Stand präsentiert auch Federica Marangonis überaus reizvoll auf handgeschöpften Papieren dargelegte Projektstudien für Skulpturen aus Glas und Neon, die der Italienerin 1980 die Einladung zur Biennale in Venedig brachten. Im Jahr 2015 bespielte dort Graham Fagen den Schottischen Pavillon: Maus Contemporary aus Birmingham zeigt Blätter aus der Serie „Scheme for Consciousness“, wo der Multimediakünstler sein Interesse an Zähnen, den eigenen und denen anderer, in attraktive Farb- und Schwarzweißarbeiten bannt (von 1800 Euro an).

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