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Mary Boone schließt ihre Galerien : Beste Gesellschaft

Verurteilt zu zweieinhalb Jahren: Galeristin Mary Boone beim Verlassen des New Yorker Bezirksgerichts. Bild: AP

Mary Boone muss vor Antritt der Haftstrafe ihre Galerien schließen. Es ist nicht das erste Mal, dass jemand aus der oberen Kunstsphäre hinter Gitter muss.

          Mary Boone wird ihre zwei Galerien in Manhattan noch im April schließen, bevor sie hinter Gitter geht. Die im Zeitgenossen-Markt über Jahrzehnte einflussreiche New Yorker Galeristin war Mitte Februar vom New York Southern District Court wegen Steuerbetrugs zu einer Gefängnisstrafe von dreißig Monaten und anschließend 180 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Das Urteil klingt durchaus hart. Allerdings ist Mary Boone keineswegs allein mit der Knasterfahrung in der Oberklasse der Kunstsphäre. Weit über deren Kreise hinaus berühmt ist der Fall des A.Alfred Taubman. Taubman, zum Milliardär geworden mit Shopping Malls, hatte 1983 die Aktienmehrheit von Sotheby’s (damals Sotheby Parke Bernet) übernommen.

          Alfred Taubman im April 2007

          Ausgeklügelte Preisabsprachen

          In den Augen der allgemeinen Öffentlichkeit galt er fortan als weltweit mächtigster Mann des Auktionsgeschäfts; 1988 brachte er das Unternehmen in Amerika an die Börse. Kurz nach 2000 enthüllten Ermittlungen ausgeklügelte Preisabsprachen zwischen Sotheby’s und dem Erzrivalen Christie’s. Taubman wurde 2002 in einem Prozess zu einem Jahr und einem Tag Gefängnis und zu 7,5 Millionen Dollar Strafe verurteilt; nach zehn Monaten wurde er entlassen. Übrigens sagte Diana Brooks, die damalige CEO von Sotheby’s und Königin der Szene, gegen ihren Chef aus. Deshalb kam es zu einem Deal, der sie vor bis zu drei Jahren Gefängnis bewahrte. Das Gericht verurteilte sie aber zu einem halben Jahr Hausarrest, überwacht durch eine elektronische Fessel, zu 350.000 Dollar und zu tausend Stunden gemeinnütziger Arbeit. Sie verschwand aus dem Kunsthandel. A. Alfred Taubman starb 2015 mit 91 Jahren. In das Gedächtnis des globalen Kunstmarkts ist sein Name tief eingegraben. Von Kartellbildung hat man immerhin seither nichts mehr gehört.

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