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Galerien in Salzburg : Marmorgurke, böse Blumen

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In diesem Jahr wieder zur Festspielzeit: Die Galerien der Stadt inszenieren ihre schönste Kunst.

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          Oben auf dem Salzburger Mönchsberg steht einer von James Turrells großartigen „Sky Spaces“, wo im Blick durch eine Öffnung in der Decke auf himmlische Wolken- und Lichtspiele Natur und Kunst eins werden. Unten in der Altstadt, in der spätromanischen Krypta des Doms, installierte Christian Boltanski 2009 das mystische Schattenspiel „Vanitas“. Beide Werke liegen am lohnenden „Walk of Modern Art“, den eine Privatinitiative vor zwanzig Jahren ins Leben rief, um Salzburgs öffent­lichen Raum mit Kunst auszustatten. Später übernahm die Sammlung Würth die Werke von Marina Abramović, Stephan Balkenhol, Mario Merz und den anderen und richtete selbst noch einen Skulpturengarten beim Schloss Arenberg ein.

          Plastischen Arbeiten widmen in diesem Jahr auch viele Galerien ihre Ausstellungen zur Festspielzeit. So erinnert Welz an Fritz Wotruba, den Künstler und auch den Lehrer einer ganzen Generation, die dieser Vorreiter der österreichischen Bildhauerei nach 1945 geprägt hat. Wotrubas eigenes Œuvre ging vom Menschenbild aus, von der klassischen Gestalt, die er zunehmend abstrahierte, schließlich zu Komplexen aus Röhren und vor allem Kuben verdichtete (Bronzen von 30.000, Zeichnungen von 4600 Euro an). Nach Wotrubas Methode mussten auch seine Schüler den eigenen Weg vom klassisch Figurativen aus finden. Manche ließen dabei das Lehrervorbild einfließen. Andere entfernten sich weiter, wie Joannis Avramidis mit seinen mehrachsigen, weich konturierten Torsi (Bronzen von 55.000, Zeichnungen von 12.000 Euro an) oder Alfred Hrdlicka mit geschundenen Körpern in expressivem Realismus (von 3900 Euro an). (Bis zum 4. September).

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          Galerien in Salzburg : Marmorgurke, böse Blumen

          Ein stärkerer Gegensatz zur vom manuell formenden Künstler im Atelier ausgeübten Gestaltung als die Arbeitsweise von Donald Judd ist kaum denkbar. Die Galerie Thaddaeus Ropac zeigt den Minimalisten, der sich auf die geometrischen Grundformen, auf Quader und Kubus be­schränkte – und der vor allem jegliche persönliche Handschrift vermied, indem er hoch spezialisierten Handwerksbetrieben die Fertigung der monochromen Wand- und Bodenobjekte aus Holz, Aluminium, Plexiglas übertrug. Bei Ropac, der seit zwei Jahren gemeinsam mit der Galerie Zwirner Judds Nachlass vertritt, stehen zwei große kadmiumrote und mit einer Aluminiumeinlage versehene Bodenarbeiten von 1990, die nicht mehr, aber auch nicht weniger wollen, als über die Beziehung von Farbe und Form sowie von Form und Raum zu reflektieren (je 1,5 Millionen Dollar). Diese Absicht verfolgen auch Judds elegante, nach vorn teilweise offene und innen mit farbigem Plexiglas ausgekleidete Wandquader (950.000 Dollar). (Bis zum 28. August).

          Es ist ein Clou, dass Ropac gerade eines der letzten verfügbaren Flaschentrockner-Exemplare von Marcel Duchamp präsentieren kann, im eigenen Raum glanzvoll inszeniert; einen anderen „Porte-bouteilles“, der Robert Rauschenberg gehörte, gab er 2018 an das Art Institute of Chicago ab. Duchamps Konzept, industriell gefertigte Produkte zu Kunst zu erklären, gehört zu den Voraussetzungen von Judds Arbeit. Und in der großen Halle in der Vilniusstraße gewährt Ropac den meterhohen Marmorgurken, Marmorwürsteln und Marmorsemmeln von Erwin Wurm viel Platz.

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