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Londoner Ergebnisse : Der Papst wird abgedankt

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Die Vermittlung der ihre Flügel weit ausbreitenden Stahlplastik „A Case for an Angel I“ von Antony Gormley war eines der Highlights des Abends: Der japanische Unternehmer Yusaku Maezawa, der Gormley ein paar Tage zuvor in seinem Atelier besucht hatte, übernahm das Werk, ohne Gegengebote, zum Rekordpreis von 4,5 Millionen (5/7 Millionen). Es wird in sein Museum wandern, wie er noch während der Auktion auf Instagram bekanntgab. Gormley hat gerade eine Solo-Schau im Long Museum in Schanghai. Maezawa ist auch für den jüngsten Basquiat-Weltrekord von 110,5 Millionen Dollar verantwortlich. Weitere Rekorde gab es unter anderen für Howard Hodgkin, Amy Sillman und Grayson Perry. Dagegen kommt der Wiederaufbau der „Marke“ Damien Hirst nicht so richtig auf die Beine: Christie’s versuchte es mit der Installation „Love Lost“, einem gynäkologischen Stuhl im für Hirst typischen Wassertank; sie blieb unverkauft (1,2/1,8 Millionen).

Nach der Auktion rang man nach einer Erklärung für den Rückgang des Bacon-Gemäldes: Francis Outred, bei Christie’s der Leiter der Zeitgenossen-Abteilung, sprach von drei oder vier Sammlern, die im Voraus ihre Absicht erklärt hatten, auf das Bild zu bieten. Hätte nur einer von ihnen den Startschuss gegeben, meint Outred, wäre ein Bietgefecht in Gang gekommen. Man habe hohe Erwartungen – sprich, eine wohl zu hohe Taxe – auf den Bacon gesetzt und sei voller Zuversicht, für das Werk in Kürze ein gutes Zuhause zu finden.

Dennoch hohe Verkaufsraten

Die Verkaufsrate nach Losen war mit 83 Prozent trotzdem stark, 54 von 65 Losen wurden vermittelt. Christie’s spielte mit 99,5 Millionen Pfund doppelt so viel ein wie Sotheby’s. Bei dem folgenden „Italian Sale“, der sich auf das 20. Jahrhundert konzentriert, wurden 25 von 31 Losen für 32,19 Millionen Pfund verkauft. Für in der Kunstgeschichte etablierte Namen, die bisher aber kaum auf dem Auktionsmarkt auftauchten, wie Franco Angeli und Mario Schifano, stiegen die Preise.

Wie sieht nun der Umsatz dieser Londoner Woche mit Gegenwartskunst im Vergleich aus? Phillips setzte mit seiner Tag- und Abendauktion 28,79 Millionen Pfund um. Sotheby’s spielte mit vier Auktionen 86,5 Millionen Pfund ein. Christie’s prescht an die Spitze mit dem Umsatz von 179,6 Millionen Pfund – fast das Doppelte der Oktober-Woche 2016. Dazu tragen – neben den üblichen drei Formaten Abendauktion, Tagauktion und Italienische Kunst – zwei zusätzliche Themen-Auktionen bei. Es war der Plan von Christie’s, den im Juni durch die gestrichene Auktion entgangenen Umsatz wettzumachen. Er könnte, trotz des gescheiterten Bacons, aufgegangen sein.

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