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Londoner Auktionen : Dreimal Picasso

In den Londoner Frühjahrsauktionen stehen gleich bei allen drei großen Auktionshäusern Gemälde aus der Hand Pablo Picassos an der Spitze.

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          Spitzenlos der Abendauktion mit Impressionismus und Moderne bei Sotheby’s in London am 28. Februar ist ein Porträt der Marie-Thérèse Walter von Picasso. Entstanden ist es am 4. Dezember 1937, nach „Guernica“ und der Serie der zerquälten „Weinenden Frauen“. Die Zeit der sinnlichen Bilder seiner jungen Geliebten seit dem Ende der zwanziger Jahre ist vorbei. In kubistischer Kantigkeit bis hin zum karierten Kleid – und nah an seiner Zerstörungslust, wie sie die „Weinenden Frauen“ charakterisiert – ist Marie-Thérèse jetzt dargestellt: nicht nur künstlerisch ein Werk des Übergangs, sondern selbst schon Übergangsobjekt für Picasso, der bereits intermittierend mit Dora Maar zusammenlebt. Die Schätzung für das 45 mal 56 Zentimeter große eindringliche Bildnis liegt auf Anfrage bei fünfzig Millionen Dollar (keine Angabe in Pfund).

          Rose-Maria Gropp
          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Auch Christie’s und Phillips nehmen in London Picasso als Zugpferd. Bei Christie’s ist es ein Bild aus der späten Gruppe der „Mousquetaire et nu assis“. Der alte Maler ergeht sich dort 1967 in der expliziten Darstellung des weiblichen Akts. Es kommt am Abend mit Impressionismus und Moderne am 27. Februar zum Aufruf; die Taxe lautet zwölf bis achtzehn Millionen Pfund. Phillips hält seine Abendveranstaltung mit Kunst des 20. Jahrhunderts und der Zeitgenossen am 8. März ab. Dort gibt es einen mit 130 mal 162 Zentimetern monumentalen „Schlafenden Akt“ der Marie-Thérèse Walter. Er entstand am 13. März 1932,duftig in Öl und Kohle auf Leinwand gezeichnet. Bis 1995 war er im Besitz der Picasso-Nachkommen, seither dann nicht mehr auf dem Markt; erwartet werden zwölf bis achtzehn Millionen Pfund. Nicht größer könnte der Gegensatz sein zwischen dieser weichen Liebeserklärung an Marie-Thérèse und dem knapp sechs Jahre später entstandenen scharfeckigen Porträt bei Sotheby’s.

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