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Liber Berlin : Prahlerey zu verkaufen

Bald gehört das Kulturforum am Tiergarten wieder ganz den Bücherfreunden. Was bietet die Antiquariatsmesse „Liber Berlin“ in diesem Jahr?

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          Unter einem Dach mit der Berliner Gemäldegalerie, im Kulturforum am Tiergarten, werden vom 2. bis zum 4. November 25 Buchhändler ihre mit bibliophilen Kostbarkeiten bestückten Verkaufsstände aufschlagen. Für elf Teilnehmer der dreizehnten Antiquariatsmesse „Liber Berlin“ ist der Auftritt im weitläufigen Foyer des Museumskomplexes ein Heimspiel; elf weitere Aussteller kommen aus Hamburg, München, Köln und anderen deutschen Städten. Ihrem Anspruch auf Internationalität wird die Messe mit zwei Teilnehmern aus den Niederlanden, einem Wiener und einem italienischen Händler in diesem Jahr nur ansatzweise gerecht.

          Camilla Blechen

          Freie Autorin im Feuilleton.

          Mit sorgsam ausgewählten Fridericiana nehmen vornehmlich die Berliner Häuser den 300. Geburtstag des Preußenkönigs ins Visier: Das Antiquariat Düwal offeriert zum Preis von 9500 Euro einen 1745 datierten Brief Friedrichs an einen seiner engsten Vertrauten, den Kämmerer Michael Gabriel Fredersdorf, in dem der Monarch auf vier Gemälde von Antoine Watteau zu sprechen kommt. Sibylle Böhme bietet Publikationen zu „Leben und Thaten“ des Jubilars, darunter für 650 Euro ein 1789 in Leipzig erschienenes Lexikon aller „Anstössigkeiten und Prahlereyen“ des gerade erst gestorbenen Königs.

          Ein aufschlussreicher Brief Karl Friedrich Schinkels an einen vom Baufieber befallenen Klienten kostet bei Stargardt 2400 Euro. 24.000 Euro verlangt Clemens Paulusch für die Rarität der in nur fünf Kupferstichen erhaltenen städtebaulichen Vision des Wiener Advokaten Leopold Paur, der 1784 mit einer Vorform des globalen Dorfs an die verblüffte Öffentlichkeit trat. Den Einsatz von 110.000 Euro fordert ein von Iris Antique Globes & Maps aus Eerbeek in den Niederlanden angebotenes Zwillingspaar von Globen aus dem Londoner Atelier George& Dudley Adams, Himmel und Erde umgreifend. In der zweidimensionalen Sphäre verharrt, bei Winfried Geisenheyner aus Münster, Hartmann Schedels berühmtes „Liber chronicarum“, Nürnberg 1493, mit sagenhaften 1809 Holzschnitten, erhältlich für 68.000 Euro.

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