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Lempertz : Madonna und Vasen

Ein erstaunlicher Preis und teures Preußen bei Lempertz

          In der Auktion mit Kleinmeistern des 15. bis 19.Jahrhundert bei Lempertz in Köln kam eine Madonna mit Kind vor einer Landschaft auf 310.000 Euro, die ein „Sammler aus Übersee“ dafür bezahlt. Die 51 mal 34,5 Zentimeter große restaurierungsbedürftige Holztafel eines italienischen Malers wohl des frühen 16.Jahrhunderts war auf 10.000 bis 12.000 Euro geschätzt. Für den französischen Sammler, der das Ölgemälde eingeliefert hat, ist es ein wahrer Glücksfall, dass offenbar mindestens zwei Bieter der Meinung waren, es handle sich um ein wesentlich bedeutenderes Werk, als es die Expertise hinter der niedrigen Taxe erwarten ließ.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          In Berlin findet am 6.April die Frühjahrsversteigerung statt, die Lempertz vor einem Jahr in „Preußen-Auktion“ umgetauft hat. Es gibt 320 Lose, vor allem Porzellan, Silber und Gemälde. Spitzenstücke sind Eduard Gaertners Vedute „Ansicht der Katharinenkirche in Brandenburg an der Havel“ (Taxe 70.000/90.000 Euro) und eine KPM-Vase von 1842, für den König von Hannover mit dem Brustbildnis König Friedrich WilhelmsIII. und einem preußischen Adler im Eichenkranz. Friedrich WilhelmIV. könnte sie als preußischer König, nach dem Tod seines Vaters Friedrich WilhelmIII., Ernst AugustI. von Hannover geschenkt haben (70.000/80.000). Es folgt eine Deckelvase mit Marinemotiven und Hafenansichten, Anfang 20.Jahrhundert, aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Kopenhagen (40.000/60.000). Am selben Tag kommt der zweite Teil der New Yorker „Twinight“-Porzellankollektion zum Aufruf, deren erste Tranche im vorigen November verkauft wurde. Angeführt werden die 168 Lose von einem Paar Kratervasen mit signierten Berliner Ansichten des Porzellanmalers Johann Eusebius Anton Forst (50.000/70.000).

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