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Lempertz : Aus der Bibel schöpfen

  • -Aktualisiert am

Vorschau zur Auktion Alte Kunst bei Lempertz in Köln.

          2 Min.

          Lebensfroh tanzen drei Paare, beobachtet von zwei Edelmännern hoch zu Ross, während im Hintergrund Ferkel nach Futter suchen und ein kleiner Junge seinem arbeitenden Vater hinterherrennt. Mit filigranem Pinselstrich schuf Jan Bruegheld.Ä. 1609 die Szenerie einer „Dorfstraße mit tanzenden Bauern“, die das Leben im Flandern des 17.Jahrhunderts festhält. Dem Ölgemälde auf einer nur elf mal sechzehn Zentimeter kleinen Kupferplatte gelten mit 230.000 bis 300.000 Euro die höchsten Erwartungen, wenn bei Lempertz in Köln am 18. Mai Alte Kunst aufgerufen wird. Für eine „Felslandschaft mit zahlreichen Figuren bei einer Höhle“ schuf der „Samtbrueghel“ 1616 die Staffage; die monumentale Grottenlandschaft stammt vom Antwerpener Maler Joos de Momper (Taxe 80.000/100.000 Euro). Ebenfalls eine Gemeinschaftsarbeit stellt „Die Versöhnung zwischen Jakob und Esau“ dar, um 1630 datiert. Hendrick van Balen und Jan Bruegheld.J. widmen sich der alttestamentlichen Erzählung aus dem Buch Genesis: Der um sein Erstgeburtsrecht betrogene Esau steigt vom Pferd und will sich mit seinem vor ihm niederknienden Bruder Jakob versöhnen; die Taxe liegt bei 100.000 bis 120.000 Euro. Auch Alessandro Turchi, genannt Orbetto, greift für „Joseph und Potiphars Frau“ zum Alten Testament (100.000/130.000).

          Pflichtstation der “Grand Tour“

          Das römische Atelier des französischen Landschaftsmalers Claude Joseph Vernet gehörte zu den Pflichtstationen der „Grand Tour“. Dort entstand nach 1745 eine in warmes Licht getauchte „Küstenlandschaft am Nachmittag“, aus einer Serie der vier Tageszeiten im Auftrag eines englischen Sammlers (150.000/200.000). Eine „Weite Landschaft mit Hirten und ihrer Herde“ von Vernets Landsmann Jean-Honoré Fragonard liegt bei 150.000 bis 170.000 Euro. Zum Aufruf kommt außerdem die vor kurzem aus den Beständen des Mauritshuis in Den Haag restituierte „Bewaldete Landschaft mit Salmakis und Hermaphroditos“ von Moyses van Uyttenbroeck (80.000/100.000).

          Das 19.Jahrhundert ist am selben Tag mit 85 Losen vertreten. Den Katalog ziert das „Bildnis von Auguste Strobl“, einer jungen Frau mit zartem Teint und selbstbewusstem Blick, die Joseph Karl Stieler für die „Schönheitengalerie“ des bayerischen Königs LudwigI. porträtiert hat. Die angebotene dritte Fassung des Gemäldes entstand 1828 und ist mit 70.000 bis 90.000 Euro bewertet. Die gleiche Schätzung gilt Michael Nehers Gemälde „Eine Straße in Tivoli“ aus dem Jahr 1832.

          Weitere Zeugnisse für die Italien-Sehnsucht des 19.Jahrhunderts sind der Blick über das Castel dell’Ovo auf den Vesuv, den Ludwig Richter „Am Golf von Neapel“ einfängt (40.000/60.000), und Oswald Achenbachs Szene „Abends im Park der Villa Borghese mit Blick auf Sankt Peter“ von 1896 (50.000/60.000). Und der russische Romantiker Sylvester Schtschedrin tauchte die „Küste von Sorrent“ in gleißendes Sonnenlicht (60.000/70.000). Für die insgesamt 259 Lose erwartet Lempertz ein Ergebnis von gut 4,5 Millionen Euro.

           

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