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Larry Gagosians neue Räume : In allerfeinster Lage

  • -Aktualisiert am

Die nunmehr dritte Londoner Galerie des Global Players Larry Gagosian eröffnet pünktlich zur „Frieze Week“ in Mayfair. Zum Auftakt stellt der Galerist unverkäufliche Werke Cy Twomblys aus, die noch nie zuvor zu sehen waren.

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          Kurz vor der fiebrigen Frieze-Woche eröffnet Larry Gagosian seine dritte Galerie in London. Der amerikanische Power-Händler, der die Zahl seiner Filialen damit auf fünfzehn in sieben Ländern steigert, hat sich Zeit gelassen mit diesem Projekt. Bis schließlich die Wahl auf eine Immobilie im Norden des exklusiven Viertels Mayfair fiel, wo sich inzwischen führende Händler wie Zwirner, Pace, Sprüth Magers und Michael Werner um die Auktionshäuser, Luxusläden und -hotels scharen.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Gagosian hat die Umgestaltung des ehemaligen Maklerbüros im Vorbau eines Hochhauses aus den sechziger Jahren den Architekten Caruso St John anvertraut, die er seit Jahren beschäftigt. Neben den Niederlassungen in Rom, Paris und Hongkong nahmen Caruso St John vor zehn Jahren den Umbau einer Autowerkstatt für die größte der drei Londoner Gagosian-Galerien in Britannia Street vor. Sie haben auch die soeben eröffnete Galerie am südlichen Themseufer entworfen, in der Damien Hirst seine Sammlung ausstellt.

          Gagosian ist dem inzwischen wieder rückläufigen Trend in Londons Osten nie gefolgt. Die 1200 Quadratmeter Fläche in Britannia Street nahe dem Bahnhof King’s Cross am Rand der Innenstadt kamen der Vorliebe der zeitgenössischen Kunstszene für Industrieräume noch am nächsten. Die neue Galerie in Mayfair setzt sich bewusst von der Loftkultur ab: Die Böden sind mit dunkel gebeiztem Eichenparkett belegt, dessen Maserung die Strenge der minimalistischen Räume mildert. Die doppelt hohen Räume, die Caruso St John aus dem zweistöckigen Bürogebäude herausgeschält hat, knüpfen durch großzügige Seitenfenster an die Umgebung an. In der Decke simuliert ein Raster von Paneelen natürliches Oberlicht mittels eines computergesteuerten Systems, das die Lichtverhältnisse draußen misst und dem Innenraum angleicht. Dahinter sind sämtliche Dienstleistungen einschließlich der Sicherheitskameras verborgen.

          Das Projekt arbeitet eng zusammen mit dem Grosvenor Estate, einem der großen adligen Immobilienfonds, die eine historische Eigenart Londons sind. Der Fonds betrachtet die Gagosian Gallery als einen Eckpfeiler der Erneuerung seines Portfolios, das neben zahlreichen anderen Anlagen ein Drittel von Mayfair umfasst. Deshalb konnte Gagosian auch maßgeblich Einfluss ausüben auf die Außengestaltung durch die vom Grosvenor Estate beauftragten Architekten Tate Hindle.

          Das elegante, unterschiedlich strukturierte Mauerwerk aus denselben schmalen, römisch inspirierten Ziegeln, die für Peter Zumthors Kolumba-Museum in Köln verwendet wurden, harmoniert ebenso mit dem gröberen Londoner Backstein rundherum wie mit der Konstruktion des Sechzigerjahre-Hochhauses, dem der Vorbau als eine Art Sockel dient. Für die Einweihung spannt Gagosian sein bewährtes Zugpferd Cy Twombly ein; Twomblys Nachlass hat noch nie ausgestellte und unverkäufliche Bilder des Bacchus-Zyklus zur Verfügung gestellt. Nur drei Leute wüssten, wie hoch der Etat für dieses neueste Projekt sei, lächelt Gary Waterston, der die Arbeiten beaufsichtigt hat. Gagosian beweist einmal mehr, dass er nach seiner selbsterklärten Devise handelt: Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, auf die Galerie und auf ihre Künstler.

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