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Kunstmessen : Prinzessin unter Palmen: Die „Palm Beach!“

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In Florida steht die Kunst hoch im Kurs: Neben der Art Basel Miami Beach hat sich auch die feine Messe für Kunst und Antiquitäten „Palm Beach!“ fest etabliert, die durchaus den Anspruch erheben kann, als kleine amerikanische Version der Maastrichter Messe „Tefaf“ zu gelten.

          Sie war eine elegante Erscheinung, liebte Juwelen, kostbare Stoffe und Pelze, und sie gehörte zusammen mit ihrem Mann, Georg III. von England, zu den wahrhaft königlichen Patronen der Künste in der britischen Geschichte. Das lebensgroße Porträt der schönen Königin Charlotte, einer deutschen Prinzessin aus dem Hause Mecklenburg-Strelitz, das Nathaniel Dance um 1769 malte, zeigt sie noch als „the last queen of America“, und in dieser Eigenschaft wird ihr natürlich auf der „Palm Beach! America's International Fine Art & Antiques Fair“ die gebührende Aufmerksamkeit zuteil.

          Das Bildnis - für 1,3 Millionen Dollar zu erwerben bei Historical Portraits - sei bei der Welfen-Auktion des Prinzen von Hannover auf der Marienburg im vergangenen Jahr als vermeintliche Kopie so hoch unter der Decke plaziert gewesen, daß er es nur von einem Gerüst aus kurz habe sehen können, erzählt Philip Mould, Leiter der Londoner Kunsthandlung. Mittlerweile gelte das aufwendig gereinigte Gemälde als das originale Werk.

          Die Trias Sammler - Händler - Museum

          Daß man mit Adelsporträts aus dem alten Europa in Amerika glänzende Geschäfte machen kann, hat schon lange vor „Palm Beach!“ Lord Duveen, der legendäre Kunsthändler von Mellon und Frick, bewiesen. Duveen ist auch der Ahnherr jener im 19. Jahrhundert gewachsenen typisch amerikanischen Trias Sammler - Händler - Museum, auf die Michael Mezzatesta, der neue künstlerische Direktor der „Palm Beach!“, bei deren Eröffnung mit Nachdruck hinwies.

          Er tat dies vor allem am Beispiel des Sammlers Kay Kimbell, seines Händlers Bernard Newhouse und des Kimbell Art Museum in Fort Worth: Dort war Mezzatesta als junger Kurator tätig und leitete dann bis zu seiner Emeritierung das Duke University Museum of Art. Lorenzo Rudolf, der langjährige Leiter der Art Basel, der seit 2004 die „Palm Beach!“ leitete, nimmt hier nur noch beratende Funktion wahr.

          Sein Nachfolger Mezzatesta hat nun große Pläne: Er möchte die Verbindungen der Messe zu Lateinamerika befördern und will vor allem junge Sammler zur „Palm Beach!“ locken. Unter den hundert Ausstellern befinden sich eine ganze Reihe international renommierter Händler, die Kunstwerke von oft hohem Rang präsentieren.

          Schöner Wohnen mit Brueghel

          Die Liste der Jurymitglieder klingt eindrucksvoll, die Inszenierung wirkt attraktiv - und so kann die „Palm Beach!“ durchaus den Anspruch erheben, als kleine amerikanische Version der Maastrichter Messe „Tefaf“ zu gelten. Undenkbar wäre dort freilich die hier mehr als deutlich demonstrierte Nähe zu life style und Schöner Wohnen: Vor mehreren Ständen sieht man Entwurfszeichnungen amerikanischer interior decorators, die zeigen, wie die jeweils angebotenen Gemälde oder Skulpturen etwa in ein hochmodernes New Yorker Appartement zu integrieren seien.

          Überallhin paßt wohl Cornelis Saftlevens kleine Katze, die Noortman für 620 000 Dollar anbietet. Sehr verführerisch wirkt bei Bernheimer-Colnaghi ein um 1732 entstandenes „Menuett“ von Lancret, das für 1,65 Millionen Dollar zu haben wäre. Wer Nachtszenen mag und 95 000 Dollar übrig hat, könnte sich für die mondbeschienene Landschaft von Abraham Pether (1756 bis 1812) erwärmen (95 000 Dollar), das hier älteste Werk, eine Heilige Familie von Sassoferrato kostet 2,45 Millionen Dollar.

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