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Kunstmesse Art Basel : Murdoch unter der Lupe

  • -Aktualisiert am

Die Art Basel in der Messehalle wird es erst im nächsten Jahr wieder geben. Bild: AFP

James Murdoch hat die renommierte Kunstmesse vor der Krise gerettet. Für den Standort Hongkong seien keine Veränderungen geplant.

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          Mit dem Einstieg James Murdochs in die MCH-Group, die Muttergesellschaft der Art Basel, hat die renommierteste Kunstmesse der Gegenwart eine bedrohliche Finanzkrise abgewendet. Ein gewisser Rumor begleitet indes Murdochs neues Betätigungsfeld. Der Nachname des Investors befördert wegen der umstrittenen Medienpolitik seines Vaters Rupert unheilvolle Ahnungen in der Kunstszene. Wohl auch deshalb zog Murdoch junior sich aus dem Vorstand der väterlichen Gesellschaft News Corp zurück. Aus Opportunismus? Oder lassen sich Indizien ausmachen, die auf einen segensreichen Einfluss auf die Art Basel und ihre Ableger in Miami Beach und Hongkong schließen lassen?

          James Murdoch unterstützt im amerikanischen Wahlkampf Trumps Widersacher Joe Biden, und ein Blick auf die unternehmerischen Aktivitäten seiner Investmentgesellschaft Lupa Systems kann die Erwartung nähren, dass dem neuen MCH-Aktionär mehr an Kontinuität gelegen ist als daran, seine Beute spontan umzukrempeln. Anzeichen dafür erkennt eine „Artnet“-Analyse in Murdochs Umgang mit dem von ihm erworbenen Tribeca-Filmfestival. In Bezug auf Technologie und Digitalisierung, in die er im größeren Stil investiert habe, würden Schnittstellen mit den Anforderungen und Zielen der Art Basel erkennbar. Vielleicht müsse auch der glücklose Basler Versuch, in Indien Fuß zu fassen, nicht das letzte Wort sein. Dort sei Murdoch schon lange aktiv, vielleicht könne sich hier eine Alternative zu Hongkong ergeben.

          Ein anderer Schauplatz in Fernost

          In einer gewissen Schockstarre schauen die politische Öffentlichkeit und die Kunstwelt zu, wie die chinesischen Machthaber der einstigen britischen Kronkolonie die demokratische Luft abdrücken. Schon wird spekuliert, ob sich der Hub des asiatischen Kunstmarkts weiterhin als tragfähig erweist oder der Schweizer Ausrichter nicht nach anderen Schauplätzen in Fernost umsehen müsste. Doch Adeline Ooi, Art-Basel-Direktorin für Asien, verweist auf Anfrage dieser Zeitung auf die „unerhört aktive Kunstszene, die zahlreichen internationalen Galerien und die maßgeblichen Auktionen“. Hongkong sei nach wie vor „der beste Standort für uns in Asien“. In Hongkong seien für die Art Basel „keine fundamentalen Veränderungen“ geplant, bekräftigt auch eine Sprecherin (die kommende Ausgabe ist für März 2021 anberaumt).

          Bis auf Weiteres dürfte die Art Basel Hongkong auf den Rückhalt der Galerien zählen, solange die chinesische Zensur nicht allzu tief in die Angebote der Aussteller einschneidet. Der Pariser Galerist Jocelyn Wolff spricht wohl für manche seiner Kolleginnen und Kollegen, wenn er Hongkong „als beste globale Plattform für europäische Galerien“ bezeichnet, das „riesige Sammlerpublikum“ rühmt und berichtet, wie er zunächst eine Durststrecke habe durchstehen müssen, bevor sich eine asiatische Klientel tatsächlich für seine Kojen interessiert habe; diesen langen Atem will er nicht umsonst bewiesen haben. Die Verunsicherung in der Hongkonger Kunstszene jedoch gibt sich auch darin zu erkennen, dass alteingesessene einheimische Händler, mit denen man 2019 noch ausgiebig diskutierte, für ein Gespräch nicht mehr zur Verfügung stehen.

          Unterdessen meldet Daniel Hug gegenüber dieser Zeitung 25 Absagen bei zwölf Neuanmeldungen für die Art Cologne vom 18. bis 22. November, womit der Kölner Kunstmarkt mit rund 160 Teilnehmern an den Start gehen soll – im Übrigen eine den Marktverhältnissen angemessene Größe. Abgesprungen seien zu gleichen Teilen jüngere Galerien aus den Vereinigten Staaten (David Zwirner nehme teil) und solche aus dem Segment Klassische Moderne; hinzugekommen Aussteller, die den Ausfall der im Sommer abgesagten Art Basel und der Frieze in London kompensieren wollten. In Florida wiederum dient das Convention Center von Miami derzeit als Covid-19-Versorgungszentrum und mobile Teststation. Dort soll vom 3. bis 6. Dezember die Art Basel Miami Beach stattfinden. Es seien ja noch ein paar Monate hin, hoffen Optimisten. Die Art Basel will die Lage weiterhin „intensiv beobachten“.

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