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Benefiz-Versteigerung : Von Peru aus in die ganze Welt

  • -Aktualisiert am

Sotheby’s in London versteigert am 13. und 14. September die umfangreiche Sammlung vom Starfotografen Mario Testino zugunsten des Mate-Museums in Lima

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          Vor zwei Jahren lockte er mit seiner Schau „In Your Face“ Tausende Besucher nach Berlin in die Kunstbibliothek des Kulturforums, aktuell zeigt die Helmut Newton Stiftung in der Hauptstadt seine Ausstellung „Undressed“: Der Starfotograf Mario Testino ist längst kein Unbekannter mehr, seine Fotografien der Schönen und Reichen zieren die Hochglanzmagazine der Welt. Ihre künstliche Bildsprache vermischt Weiblichkeit und Männlichkeit, suggeriert Sinnlichkeit statt Sexualität. Aufsehen erregte Testino auch außerhalb der Modeszene mit seinen Porträtserien für „Vanity Fair“, darunter den sehr vertraulich wirkenden Aufnahmen von Prinzessin Diana im Kensington Palace fünf Monate vor ihrem Tod 1997.

          Nicht ganz so bekannt wie seine Bilder ist die Herkunft des Künstlers. 1954 in Lima geboren, zog Testino 1976 von Peru nach London, wo er während seiner Ausbildung in den Studios von John Vickers und Paul Nugent seine ersten Versuche als Fotograf unternahm. 2012 gründete der Peruaner das gemeinnützige Zentrum „Mate – Museo Mario Testino“ in Lima, um sein Heimatland bei der Errichtung und Förderung von Kultur und Denkmälern zu unterstützen. Ziel der Organisation sei es, „den Künstlern Perus weltweit Aufmerksamkeit zu verschaffen und dem Publikum in Lima Ausstellungen von Gegenwartskunst und Fotografie zu präsentieren“ – neben einer ständigen Sammlung von Testinos eigenen Werken. Privat sammelt der in London lebende Fotograf seit mehr als dreißig Jahren zeitgenössische Kunst. Ein Großteil seiner Sammlung kommt nun bei Sotheby’s unter den Hammer. Der Erlös der Auktionen – sie finden am 13. und 14. September in London statt, gefolgt von zwei Online-Auktionen mit Papierarbeiten und Fotografien – soll Testinos Museum zugute kommen.

          Unter den 41 Losen der Hauptauktion am 13. September finden sich auffallend wenige Fotografenkollegen, die Erklärung dafür gibt der Künstler selbst: „Ich wollte immer Dinge sammeln, die sich von mir unterscheiden und mich Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten lassen.“ Cindy Sherman ist mit einer frühen Fotografie aus ihrer Serie „Fairy Tales/Disasters“ von 1985 vertreten, in denen der schöne Schein zugunsten von Widerwärtigkeiten, Verstümmelungen und Landschaften voller Fäulnis und Abfall in den Hintergrund tritt („Untitled #145“, Auflage von 6 + 1AP; Taxe 250 000/350 000 Pfund). Von Thomas Ruff kommen zwei Arbeiten zum Aufruf: das auf 40 000 bis 60 000 Pfund geschätzte abstrakte „Substrat 9 11“ (Auflage von 5 + 2AP) von 2002 und ein großformatiges Porträt, das den amerikanischen Kunstsammler Jason Rubell 1985 als Studenten zeigt (Auflage von 4; 10 000/15 000).

          Spitzenlos ist eines von Tauba Auerbachs „Fold Paintings“, ein 152 mal 114 Zentimeter großes unbetiteltes Acrylgemälde von 2010 in sanften Rosé-, Blau- und Grüntönen, taxiert auf 600 000 bis 800 000 Pfund, dicht gefolgt von der 2003 entstandenen kühlen Badezimmerlandschaft „Blue Sauna“ von Adriana Varejão für 400 000 bis 600 000 Pfund.

          Die Sammlung bietet zahlreiche lateinamerikanische Künstler: Neben der Brasilianerin Varejão und ihrem Landsmann Vik Muniz – dessen Version von Berninis „Verzückung der seligen Ludovica Albertoni“ aus Schokoladensirup von 1998 auf 25 000 bis 35 000 Pfund geschätzt ist – sind auch der Kolumbianer Oscar Murillo mit der Ölzeichnung „La era de la sinceridad“ von 2013 (20 000/30 000) und die Peruaner William Cordova und Miguel Aguirre vertreten. Die Erwartungen für die Auktionen belaufen sich auf 7,5 bis 10,6 Millionen Pfund.

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