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Kunstmarkt in Wien : Zirkulation, überall

  • -Aktualisiert am

Bild: Galerie Emanuel Layr

In Wien kommt Kunst im Herbst mittels zweier erprobter Modelle auf den Markt: Die Messe „Viennacontemporary“ und das Kunstfestival „Curated by“.

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          Einmal mehr den Blick gen Osten richtet dieser Tage die Kunstmesse Viennacontemporary in der Marx Halle, die seit ihrer Gründung auf die postkommunistischen Länder spezialisiert ist. Mit Johanna Chromik hat sie eine neue künstlerische Leiterin, die selbst in Polen geboren und in Deutschland aufgewachsen ist. Die Berlinerin, die für Eigen+Art, Pace, Johann König und für das Museum Frieder Burda tätig war, tritt in die großen Fußstapfen ihrer Vorgängerin Christina Steinbrecher-Pfandt. Mit einem Verhältnis von 42 österreichischen und 68 internationalen Teilnehmern – 39 davon aus Ost- und Südosteuropa – bleibt die Entdeckermesse ihrer bisherigen Gewichtung treu. Rund zwei Dutzend Galerien kommen zum ersten Mal.

          Ein in pastosem Überschwang geschaffenes Großformat von Jonathan Meese sticht als Erstes ins Auge: Das 270 mal 180 Zentimeter messende Bild „Krokodill’s Blubbgrill“ hat er mit seinem Pseudonym Zardoz signiert; die Galerie Krinzinger bietet es für 74.000 Euro an. Auch bei den von Fiona Liewehr ausgewählten Nachwuchs-Soli in der „Zone1“ wurde mit Ölfarbe nicht gespart: Der Maler Stefan Reiterer braucht zunächst aber die Computermaus, denn den verzerrt-illusionistischen Shaped Canvases des 1988 geborenen Österreichers geht ein Prozess digitaler Generierung voraus. Die Galerie Crone hat die spannenden Ergebnisse zwischen 8000 und 12.000 Euro angesiedelt. Gegenüber, bei der Galerie Svit aus Prag, arbeitet sich Markus Proschek an politisch rechter Ikonographie ab. Sein zwei Meter hohes Ölbild „Laminat (Opfer)“ sieht wie ein Plakatabriss aus, und hinter der Kopie eines historischen Gemäldes lugt das Symbol der Identitären hervor (7500 Euro). Ohne Pinsel kommt der Daniel-Richter-Schüler Dejan Dukic aus, „massiert“ er doch Farbe durch Leinwände, so dass sie wie Fäden hervorquellen (2800 bis 10.000 Euro).

          Die Galerie Ropac widmet ihren Stand der Collage. Arbeiten von Warhol, Rauschenberg und Rosenquist werden dort von Valie Export flankiert. Die feministische Ikone hatte die längste Zeit gar keine Galerie; seit 2018 ist sie bei Ropac. Fotoarbeiten wie „Extremitäten des Verhaltens“ (75.000 Euro) entstanden im Zuge von Performances und Filmen. Eine jüngere queere Position vertritt die Galerie Georg Kargl mit Jakob Lena Knebl, deren neuer Wandteppich ihrer Beschäftigung mit Design entspringt (12.000 Euro). Bei der Charim Galerie, ebenfalls Wien, hängen Dorit Margreiters verschwommene Fotografien der Serie „Silicon Valley“: In Kalifornien hat sie Spiegelungen an den Gebäuden von Internetriesen wie Google eingefangen (10.000 Euro). Aus Madrid ist erstmals die Galeristin Sabrina Amrani angereist. An ihrem schwarzweiß gehaltenen Stand präsentiert sie Papierarbeiten der Südafrikanerin Alexandra Karakashian; Auf den mit Ölfarbe tiefschwarz bemalten Blättern flackern Lichter auf (2600 Euro).

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