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: Von Kirche zu Kirche

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Als Kunstlandschaft ist das Sauerland nicht berühmt. Aber es birgt einige Schätze, deren Besichtigung lohnt. Wer unterwegs ist im südlichen Westfalen, auf den Bergen und in den Tälern zwischen Haarstrang im Norden und Rothaargebirge im Süden, der hessischen Landesgrenze im Osten und dem benachbarten ...

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          Als Kunstlandschaft ist das Sauerland nicht berühmt. Aber es birgt einige Schätze, deren Besichtigung lohnt. Wer unterwegs ist im südlichen Westfalen, auf den Bergen und in den Tälern zwischen Haarstrang im Norden und Rothaargebirge im Süden, der hessischen Landesgrenze im Osten und dem benachbarten Bergischen Land im Westen, wird in diesem Bildhandbuch zur barocken Kunst im Sauerland viele nützliche Aufenthaltshinweise finden. Einige Bauten sind nur von außen zu besichtigen, wie die Schlösser Lenhausen, Körtlinghausen, Melschede (bei Hövel) und Neuenhof (bei Lüdenscheid), aber wer durch Orte wie Arnsberg, Brilon, Belecke, Eslohe, Heinsberg, Kirchhundem, Körbecke, Obermarsberg, Remblinghausen, Schmallenberg, Warstein oder Winterberg kommt, sollte auf einen Gang in die Kirchen nicht verzichten. Es war vor allem die Kirche (die katholische im kurkölnischen Sauerland mehr noch als die evangelische im märkischen Gebiet), die im früher armen, von Landwirtschaft geprägten Sauerland die Kunst gefördert hat. Gerade wegen der Armut sind bis heute in vielen Kirchen die barocken Orgeln erhalten geblieben, denn neue anzuschaffen fehlte das Geld, so daß die jahrhundertealten Orgeln immer wieder restauriert wurden und heute noch bespielbar sind, wie in den Kirchen von Hemer, Kohlhagen und Oelinghausen. Das Alte ist überhaupt prägend geblieben, auch die barocken Altäre und Beichtstühle sind in vielen Kirchen aufwendig restauriert worden und leuchten, was der Kommentar zu den Schwarzweißfotos hervorhebt, heute wieder in den ursprünglichen Farben. Der Kommentar folgt Spuren heimischer Künstler wie Johann Sasse aus Attendorn und Heinrich Papen aus Giershagen, deren Handschrift das Bild barocker Kunst im Sauerland an vielen Orten geprägt hat. Zum Beispiel in Herscheid. Die Besichtigung der evangelischen Apostelkirche, 1686 durch einen Brand schwer beschädigt, ist allein wegen der nach dem Brand neu angeschafften und von Johann Sasse geschnitzten Kanzel sowie der von Leopold von Neuenhoff zu Neuenhofe Ende des siebzehnten Jahrhunderts gestifteten Orgel einen längeren Aufenthalt in der kleinen Ebbegemeinde wert. Wer die Kirche geschlossen vorfindet, sollte im Herscheider Telefonbuch nach Ernst Hüsmert suchen. Der Lyriker und Carl-Schmitt-Herausgeber kann einem die Tür öffnen und wird sich als bester Kenner nicht nur der Kanzel und Orgel erweisen, sondern auch des doppelreihigen Chorgestühls, das, wie durch ein Wunder beim Brand unversehrt geblieben, mit seinen im Übergang von der Renaissance zum Barock geschnitzten Medaillons - darin zu lesen die Jahreszahl 1548 - eine der größten Leistungen sakraler Kunst im Sauerland darstellt. Auf Hüsmerts Buch zum Herscheider Chorgestühl warten wir.

          Lin.

          "Barocke Kunst im Sauerland" von Otmar Plaßmann. Veröffentlichung des Museums im Kloster Grafschaft, Paderborn 2005. 192 Seiten, 120 Abbildungen, vierzehn Grundrisse. Gebunden, 18 Euro. ISBN 3-00-016859-1.

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