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: Schäfchen zählen

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Die Skulpturen des englischen Bildhauers Andy Goldsworthy sind üblicherweise Kunstwerke auf Zeit - bescheidene Arrangements aus Schnee gepresst, mit Laub auf den Boden gelegt oder aus Grashalmen zusammengesteckt. Ihre Lebensdauer liegt oft bei nur wenigen Minuten. Dann tauen sie in der Sonne, der Wind trägt sie davon, oder die Strömung reißt sie mit sich.

          Die Skulpturen des englischen Bildhauers Andy Goldsworthy sind üblicherweise Kunstwerke auf Zeit - bescheidene Arrangements aus Schnee gepresst, mit Laub auf den Boden gelegt oder aus Grashalmen zusammengesteckt. Ihre Lebensdauer liegt oft bei nur wenigen Minuten. Dann tauen sie in der Sonne, der Wind trägt sie davon, oder die Strömung reißt sie mit sich. Umso erstaunlicher ist es, dass Goldsworthy vor etwa zehn Jahren den Auftrag erhielt, die Weiden der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands mit Skulpturen zu bestücken. Auffallen würden sie kaum, so viel war klar, aber von Dauer sollten sie sein. Goldsworthy griff zum Stein. Dort, wo seit Jahrhunderten die Farmer für ihre Schafherden kleine Gehege und kilometerlange Trockenmauern aus Naturstein errichtet haben, nahm Goldsworthy die Tradition dieser einfachsten Architekturformen auf und ummantelte mal Findlinge, mal Steinhaufen, die er selbst in Form von Eiern oder Iglus aufgeschichtet hat. Es ist ein zurückhaltender Umgang mit der wunderschönen, weiten, hügeligen Landschaft - manche Werke sind fast demütig versteckt. Aber nun sind sie in dem Buch "Schafhürden" versammelt, festgehalten in bezaubernden Fotos, ergänzt um Planskizzen und Entwürfe. Zunächst dokumentiert es die Visionen eines Künstlers; doch auf den zweiten Blick wird der opulente Bildband zu einem einzigartigen Wanderführer für die Freunde der Land Art. Auf nach Cumbria. (F.L.)

          "Schafhürden" von Andy Goldsworthy. Verlag Zweitausendeins, Frankfurt 2008. 192 Seiten, zahlreiche Farbfotografien, einige Karten. Gebunden, 33 Euro.

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