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: Mit allem spielen dürfen: Künstlerporträts aus Berlin

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Ricardo von Brasch war Psychoanalytiker, ehe er zu fotografieren begann. In den Texten seines Bildbands "Künstler treffen in Berlin" versucht er das keineswegs zu verbergen; im Gegenteil. Zu Daniel Richter fragt er sich: "Warum malt er derzeit die Zombies in der Nacht?" Zu Birgit Brenner fällt ihm ...

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          Ricardo von Brasch war Psychoanalytiker, ehe er zu fotografieren begann. In den Texten seines Bildbands "Künstler treffen in Berlin" versucht er das keineswegs zu verbergen; im Gegenteil. Zu Daniel Richter fragt er sich: "Warum malt er derzeit die Zombies in der Nacht?" Zu Birgit Brenner fällt ihm auf: "Da sitzt sie und friert innerlich." Und Jonathan Meese durchschaut er als "lange von der Mutter geliebten puer aeternus, der unbekümmert und ohne Verbote mit allem spielen darf, was ihm erinnerlich ist aus frühen Jahren". Seelenlandschaften sucht er denn auch in den Gesichtern bloßzulegen, wenngleich er sich für die Deutung des Gegenübers bisweilen auch Objekten aus den Ateliers bedient; so bekommen etwa Spiegel, Kerzen oder das Fell eines Rehs in den Kompositionen eine tragende Rolle. Brasch nennt das "Transpersonalen Realismus".

          Vier Jahre lang war er für dieses Buch in Berlin und der Umgebung unterwegs, mehr als hundertfünfzig Künstler hat er besucht, darunter Rebecca Horn, Bernhard Heisig und Jannis Kounellis, aber auch viele junge Talente. So entstand über die oft eindringlichen und bisweilen überraschend amüsanten Porträts hinaus ein Kompendium der schöpferischen Energie, die sich längst in Berlin und nicht länger in Köln oder Düsseldorf bündelt. (Ricardo von Brasch: "Künstler treffen in Berlin". Prestel Verlag, München 2008. 192 S., Abb., geb., 39,95 [Euro].)

          F.L.

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