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: Im Garten muss es "üppen"

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Sie hat keinen grünen Daumen, sondern ein "grünes Hirn". So jedenfalls drückt sich Elsemarie Maletzke aus, wenn man sie fragt, wie sie denn ihren Garten zum Blühen bringe, obwohl sie doch dauernd auf Reisen sei. "Gärtnern hat mit Kenntnissen zu tun", erwidert die Reisejournalistin und Buchautorin, ...

          Sie hat keinen grünen Daumen, sondern ein "grünes Hirn". So jedenfalls drückt sich Elsemarie Maletzke aus, wenn man sie fragt, wie sie denn ihren Garten zum Blühen bringe, obwohl sie doch dauernd auf Reisen sei. "Gärtnern hat mit Kenntnissen zu tun", erwidert die Reisejournalistin und Buchautorin, die über gleich zwei Heimatstandorte verfügt: eine Stadtwohnung im Frankfurter Nordend und ein Grundstück mit Garten bei Bad Kreuznach. Man müsse halt wissen, welchen Standort und welche Bedingungen eine Pflanze brauche, um zu gedeihen.

          Die Frankfurter Autorin baut deshalb auch kein Gemüse an. "Das braucht zu viel Pflege." In ihrem Garten an der Nahe erntet sie Pfirsiche, Johannes- und Stachelbeeren. Vor allem aber pflanzt sie Stauden: Rittersporn und Löwenmäulchen, Eisenhut und Bartnelke, Tränendes Herz und Stockrosen. Gelegentlich bringt sie auch ein Souvenir von ihren Gartenreisen mit: Samen vom weißen Fingerhut etwa. Doch am meisten liebt sie ihre alten englischen Rosen.

          Mit Rosen hatte alles begonnen. Als Elsemarie Maletzke vor etwa 15 Jahren "hinter Bad Kreuznach" ein Häuschen an den Waldrand baute, fand sie die Wiese davor zu grün. Zuerst kaufte sie eine Gartenbank, dann grub sie die Wiese um und bestellte zehn rosa Rosen. Mit Buchs gab sie den 200 Quadratmetern inmitten der nordpfälzerischen "Wildnis" so etwas wie Form. Deshalb mag sie auch trotz der typischen Stauden und Zwiebelpflanzen nicht von einem Bauern- oder Cottage-Garten sprechen. "Ich brauche Blumen, die auf sich selbst aufpassen", sagt sie. Tiefe Wurzeln sollten sie entwickeln, um auch mal eine Woche ohne ihre Gärtnerin zu überleben, die womöglich gerade durch die Gärten von Cornwall stromert oder im Nordend vor dem Computer sitzt. Dafür bekommt jeder Rosenstock danach fünf Kannen Wasser.

          "Die Gartenlust sei die einzige Leidenschaft, die mit dem Altern zunimmt", zitiert Maletzke den Fürsten de Ligne in ihrem neuen Buch, das unter dem Titel "Gartenglück" im Schöffling Verlag erschienen ist. Eine späte Leidenschaft auch in ihrem Leben, wenn man bedenkt, dass sie ihre ersten Rosen mit Ende vierzig pflanzte.

          Das Gärtnern war ihr nicht in die Wiege gelegt, obwohl sie die ersten sieben Lebensjahre im Grünen verbrachte: im Vogelsberg. 1947 wurde sie in Schotten geboren. In der Berggaststätte auf dem Hoherodskopf wuchs sie als Pächterstochter auf. Vom Garten ihrer Eltern hat sie nur noch "große Rhabarberblätter" in Erinnerung. Als sie acht war, zogen ihre Eltern nach Bad Kreuznach, wo sie das Gymnasium besuchte.

          Studiert hat sie nicht, dafür aber das journalistische Handwerk von der Pike auf gelernt. Nach dem Abitur volontierte Elsemarie Maletzke zunächst bei den "Idar-Obersteiner Nachrichten" und wechselte danach in die Koblenzer Zentrale der "Rheinzeitung". "Ich wollte unbedingt in die Stadt." Also zog sie 1968 weiter: nach Frankfurt. Hier arbeitete sie vier Jahre lang als Redaktionsassistentin und drei Jahre lang als Textredakteurin für "pardon". 1974 ging sie für ein Jahr als Deutschlehrerin für Erwachsene nach Dublin. Gartenbau fand sie damals noch nicht interessant: "Musik und Männer waren wichtiger. Für einen Garten muss man alt werden." Zurück in Frankfurt, schlug sie sich als freie Mitarbeiterin durch, bevor sie 1979 für anderthalb Jahre Redakteurin bei dem Satiremagazin "Titanic" wurde und für ein Jahr beim "Pflasterstrand".

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