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: Hinsetzen: Wackerbarths rote Couch

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Seine Reisen mit der roten Couch führten den Fotografen Horst Wackerbarth in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren um den halben Globus: kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten zunächst, dann in alle Winkel Europas, zuletzt nach Goch am Niederrhein, wo Wackerbarth erst dieser Tage im kleinstädtischen Mikrokosmos ...

          Seine Reisen mit der roten Couch führten den Fotografen Horst Wackerbarth in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren um den halben Globus: kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten zunächst, dann in alle Winkel Europas, zuletzt nach Goch am Niederrhein, wo Wackerbarth erst dieser Tage im kleinstädtischen Mikrokosmos ein Porträt deutscher Befindlichkeit schuf (siehe Reiseblatt vom 26. Oktober). Nun liegt die Sofa-Serie als Buch vor - zwei Dutzend Aufnahmen aus Goch samt Interviews mit den abgebildeten Personen eröffnen den Band; anschließend vermittelt das Buch einen umfassenden Eindruck des gesamten Projekts, das Wackerbarth heute denkbar unbescheiden "Gallery of Mankind" nennt.

          Tatsächlich hat sich, was als skurriler Einfall begann, zu einer seriösen Arbeit entwickelt. Der optische Lärm der Werbung, der manche frühe Aufnahme bestimmt hat, ist einem sachten, gelassenen Ansatz gewichen. Buchstäblich wird das Sofa zu einem ruhenden Pol für jene, die Wackerbarth fotografiert - und zu ihrem Leben befragt: von Prominenten wie Gorbatschow und Peter Gabriel bis zu zwei Weißbindern, die er 2003 in Niderneringa auf der Kurischen Nehrung vor dem Sommerhaus Thomas Manns aufgenommen hat (unsere Abbildung).

          F.L.

          "Die rote Couch - Eine Galerie der Menschheit. Gocher Serie & Europa, Amerika". Klartext Verlagsgesellschaft, Essen 2006. 238 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Gebunden, 24,90 Euro. ISBN 3-89861-711-4.

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